Korschenbroich: Neuer Trinity-Chef: Kontakt muss gut bleiben
zuletzt aktualisiert: 10.10.2006Korschenbroich (RPO). Bleibt Korschenbroich das „zweite Zuhause“ des Trinity College Choir aus Cambridge? Die heimatlichen Gefühle formulierte Chor-Direktor Dr. Richard Marlow beim Konzert im vergangenen Dezember. In diesem Sommer, in einem Festakt am 1. Juli in der englischen Universitätsstadt, hat Marlow die Leitung in jüngere Hände gelegt. Im Ungewissen darüber, was dieser Wechsel für die 20 Jahre lange Beziehung zwischen Chor und Korschenbroich bedeutet, wirken die Stadt und der frühere Kulturamtschef Peter-Josef Stefes auf die Fortdauer hin.
Vielleicht profitieren sie von der Nähe des neuen Chorleiters, Stephen Layton, zu Mönchengladbach: Der Generalmusikdirektor und Layton kennen sich aus gemeinsamen Studienzeiten am Trinity College in Cambridge.
Stephen Layton, seit diesem Monat im Amt, wird in Kürze einen Brief aus Korschenbroich bekommen. Glück wird ihm darin gewünscht. Eine Liste mit allen mehr als 60 Konzerten beigelegt, die der Chor seit seinem Korschenbroicher Debüt 1986 in der Stadt und der weiteren Umgebung sang. Und er wird an das Versprechen seines Vorgängers Richard Marlow erinnert werden: „In Korschenbroich ein Honorar? Niemals, niemals, niemals!“ Die Gastgeber haben im Gegenzug für Verpflegung, perfekte Auftrittsbedingungen, Freizeitprogramm und die heimelige Unterbringung in Gastfamilien gesorgt. Die Familien können den zweijährlichen Besuch immer gar nicht erwarten.
Auch wenn er die Kontaktpflege zum weltweit hochgeschätzten Trinity College Choir seiner Nachfolgerin im Kulturamt, Michaele Messmann, überantwortet hat, will sich Stefes weiterhin einbringen. „Ich stelle mich der Stadt zur Verfügung, um die Auftrittsorte für den Chor auszuwählen und alles vorzubereiten“, sagte er gestern.
Stefes, einer der Gründerväter des Chor-Kontakts, war bei Marlows Verabschiedung zugegen. Erntete laute „Hallo“-Rufe von 250 aktuellen und ehemaligen Sängern. Als große Ehre empfand er zudem die Unterbringung in einem der noblen Gästezimmer des Colleges. Im Oktober 2007, wenn Marlow ein Orgelkonzert in Korschenbroich spielt, werden er und seine Frau wie üblich bei Stefes’ unterkommen.
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