Korschenbroich: Ordnungshüter wird geschult
VON ULRICH M. SCHWENK - zuletzt aktualisiert: 30.01.2008Korschenbroich (RPO). Ab April wird der Ordnungsdienst der Stadt Korschenbroich auf Streife gehen. Die Aufgabe beginnt zwar offiziell schon am Freitag, danach muss der Mitarbeiter aber erst einmal wochenlang Theorie und Praxis büffeln.
Der Nachbar gibt Nachhilfe: Nach Karneval wird der neue Ordnungsmitarbeiter der Stadt (Dienstantritt: 1. Februar) in Mönchengladbach zwei Wochen mit auf Streife gehen. Dort besteht der Ordnungsdienst seit vergangenen Sommer, Dezernent Peter Holzenleuchter spricht von einem großen Erfolg. Nach dem Schnupperkurs beginnt die Spezialausbildung in Studieninstituten und der Stadtverwaltung. Ab April wird der Aufpasser mithelfen, Korschenbroich sicherer zu machen.
Vorher will Bürgermeister Heinz Josef Dick den Namen des Mitarbeiters noch nicht bekanntgeben. Nur so viel: Er zählt schon zur Stadtverwaltung, war bislang mit Hausmeisterdiensten betraut. Weil die Asylbewerberheime nach und nach aufgegeben werden können, werden Personalkapazitäten frei.
Handlungskonzept
Polizei Höhere Präsenz, konsequente Verfolgung, Platzverweise, Nachricht ans Jugendamt
Kreisjugendamt Erzieherische Maßnahmen unter Einbezug der Eltern, Mittel der Jugendgerichtshilfe, Jugendarbeit in Schulen
Schulen Kriminalprävention im Unterricht, Anzeigen erstatten, Jugendamt informieren
Die Stadt investiert 23 000 Euro
Der Ordnungsdienst ist eine tragende Säule des Konzepts gegen Jugendvandalismus. Dahinter stehen das Ordnungsamt der Stadt, die Polizei, das Kreisjugendamt und die weiterführenden Schulen. Die Stadt investiert in den Ordnungsdienst 23 000 Euro, 15 000 Euro davon in einen gebrauchten Dienstwagen und 8000 Euro in die Ausrüstung. Die Personalkosten werden sich nur geringfügig verändern, da die Stellen Hausmeister und Ordnungsdienst unterschiedlich hoch bezahlt sind. Der Mitarbeiter wird eine Uniform tragen und auch in der dunklen Tageszeit unterwegs sein. Nach einer Probezeit werden Stadt und Politik entscheiden, ob eine Person ausreicht oder eine zweite Stelle erforderlich ist.
Die Ausbildung verläuft folgendermaßen: Auf die Praxis in Mönchengladbach folgt zunächst eine Einweisung ins Ordnungsrecht und die allgemeine Verwaltungsarbeit am Bergischen Studieninstitut in Wuppertal. Danach wird der Mitarbeiter mit der Arbeit in der Stadtverwaltung vertraut gemacht, zum Beispiel mit dem Umgang mit dem Computer. Denn seine Aufgabe umfasst auch Innendienst, über die Außeneinsätze müssen Berichte verfasst werden. Im März vermittelt das Studieninstitut Krefeld rechtliche Grundlagen und das Verhalten in Konfliktsituationen, das Studieninstitut Soest vertieft die Lektionen. Hospitanzen bei der Polizei und dem Kreisjugendamt runden die Ausbildung ab.
Das Sicherheitsgefühl der Bürger leidet unter der Jugendrandale, die zum Ende des letzten Jahres massiv anwuchs. Deshalb und um das Eigentum zu schützen, setzt die Stadt auch auf Videokameras an Schulgebäuden. 20 000 Euro sind dafür vorgesehen. „Ein Konzept, wie und wo die Anlagen installiert werden, haben wir in der Schublade. Aber wir müssen erst die Haushaltsberatungen abwarten“, sagte der Bürgermeister gestern. Im Stadtrat zeichnen sich unterschiedliche Meinungen ab. „Nach meinem Dafürhalten sind Überwachungskameras erfolgreich“, betonte Dick und nannte als ein Paradebeispiel eine Grundschule in Mönchengladbach-Holt: Dort wurde Vandalismus dank Videobildern aufgeklärt, und die Schäden nehmen ab.
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