Korschenbroich: Polizei kontrolliert Gurtpflicht
VON RITA ROMMERSKIRCHEN - zuletzt aktualisiert: 26.02.2010Korschenbroich (RPO). Kontrolliert, ob Kinder im Auto ausreichend gesichert sind, hat die Polizei zusammen mit dem Korschenbroicher Familienzentrum "Am Sportplatz". Das Ergebnis: Alle Kinder waren vorschriftsmäßig gesichert.
Die sechsjährige Finja streckt dem Autofahrer zwei Packungen Taschentücher entgegen. "Die kriegen Sie, weil Sie und ihr Kind angeschnallt waren", erklärt sie. Finja macht zusammen mit ihren Freunden aus dem Städtischen Familienzentrum Korschenbroich bei der Aktion "Rote Karte für Gurtmuffel" mit.
Zusammen mit Polizeihauptkomissar Claus Zimmermann kontrollieren sie, ob auch alle Kinder gut angeschnallt oder im richtigen Kindersitz zum Kindergarten kommen. Aktionen wie diese könnten zwar nicht verhindern, dass die Zahl der verletzten Kinder im Rhein-Kreis Neuss stiegen. "Aber es ist wichtig vorzubeugen", sagt der Polizeihauptkomissar.
184 Kinder verletzt
Insgesamt 184 Kinder sind im vergangenen Jahr im Rhein-Kreis Neuss im Straßenverkehr verletzt worden. Im Jahr 2008 waren es 179 Kinder. Von den 184 verletzten Kindern im Straßenverkehr waren 53 als Mitfahrer in oder auf Fahrzeugen beteiligt. "59 Prozent davon waren Kindergartenkinder. Also ist es besonders wichtig, hier vorzubeugen", sagt Zimmermann. Zimmermann ist Verkehrssicherheitsberater und macht die Aktion bereits zum dritten Mal mit den Kindern: "Es ist wichtig, dass die Kinder lernen, wie man sich im Straßenverkehr richtig verhält. Und da sind die Eltern der erste Ansprechpartner.
"Sind die Kinder oder auch die Eltern nicht angeschnallt, bekommen sie von den Kindergartenkindern eine rote Karte mit dem Spruch "Du hast meinen Freund/Freundin nicht angeschnallt, das ist gefährlich!", gezeigt. Und gerade die Tatsache, dass die Kinder die Eltern bei so etwas abmahnen zeigt Erfolg. "Das bleibt in den Köpfen der Eltern und sie schnallen die Kinder an." "In der letzten Zeit sind es immer weniger Kinder geworden, die nicht richtig gesichert waren", berichtet Elisabeth Küppers-Ullrich, Leiterin des Familienzentrums.
Heute müssen die Kinder erst gar keine rote Karte zücken – alle Kinder waren richtig angeschnallt. "Wenn das nicht so ist, dann kann man sich sehr weh tun, wenn Mama bremst", sagt der fünfjährige Emir. Er weiß genau, wie man sich richtig anschnallt und auch sonst sind die Kinder mit den Regeln im Straßenverkehr bestens vertraut. Denn Claus Zimmermann trainiert regelmäßig mit ihnen, wie sie sich zu verhalten haben und so gibt es auch heute einen Spaziergang mit den Vorschulkindern, der den baldigen Schulweg nachstellt.
An den Gurt erinnern
Bei der Aktion halten die Kinder rund 40 bis 50 Autos an. Die Eltern finden das klasse. "Man geht davon aus, dass jeder sein Kind richtig anschnallt. Doch in der morgendlichen Hektik vergessen das manche. Und da ist es gut, durch so eine Aktion wieder daran erinnert zu werden, wie wichtig dieser kleine Handgriff ist", sagt Ralf Winter.
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