Korschenbroich / Jüchen: Porträt: Lutz Lienenkämper (CDU)
VON HOLGER HINTZEN - zuletzt aktualisiert: 28.04.2010 - 11:02Korschenbroich / Jüchen (RPO). Gerade ein Verkehrsminister muss auch im Dienstwagen arbeiten. Lutz Lienenkämper (CDU) würde das gerne auch nach der Landtagswahl wieder tun. Der Meerbuscher wirbt um die Stimmen der Korschenbroicher und Jüchener.
Gut 500 Kilometer bis Berlin hat Lutz Lienenkämper noch vor sich. Der Dienstwagen ist sein zweites Zuhause. Sein Heim im Strümper Schürkesfeld sieht er meist nur nachts. Auch der Schreibtisch des 40-jährigen CDU-Politikers Lienenkämper ist oft verwaist. „Ich bin viel im Land unterwegs“, sagt der CDU-Landtagsabgeordnete und Minister für Bauen und Verkehr, der sich am 9. Mai erneut zur Wahl für den NRW-Landtag stellen will.
Lienenkämper ist kein Schreibtischtäter. „Ich finde es wichtig, die Dinge, über die entschieden werden muss, vor Ort anzuschauen.“ Telefongespräche erledigt der Minister deshalb oft unterwegs, arbeitet Akten im Dienstwagen durch, nutzt jede Minute. Dabei wirkt er kein bisschen gestresst. Er plaudert locker, freundlich, deutlich. So erleben ihn die meisten. „Moderat, freundlich, sachlich“, heißt es aus dem politischen Umfeld in Meerbusch.
Geboren 24. Mai 1969
Abitur Meerbusch-Gymnasium
Studium 1989 - 1994 Rechts- und Staatswissenschaften
Beruf Rechtsanwalt
Politische Karriere Beginn in der Jungen Union, Ratsherr für die CDU Meerbusch, Parteivorsitzender der CDU Meerbusch, Kreisvorsitzender der CDU
Landtag ab 2005, direkt gewählt mit 54 Prozent
Landesminister für Bauen und Verkehr seit März 2009
So empfinden ihn auch die Mitarbeiter im Ministerium. „Eine solche Haltung macht die Dinge einfacher“, sagt Lienenkämper, den wenig auf die Palme bringen kann. „Ich bin ein ruhiger, aber zielstrebiger Mensch.“
„Alle Interessen abwägen“
Im politischen Geschäft, wie auch als Minister muss er unbequeme und unwillkommene Positionen vertreten – wie etwa beim Thema Fluglärm. Von einem Spagat zwischen seinen Forderungen als Politiker und den Anforderungen seines Ministeramtes will er nichts hören. „Als Minister muss ich alle Interessen abwägen“, sagt er. Im Ergebnis gebe es oft Unzufriedenheit auf beiden Seiten. „Dann habe ich den richtigen Kompromiss gefunden“, beschreibt er seinen persönlichen Maßstab.
Der Jurist Lienenkämper, dessen Arbeitstag früh beginnt und spät (oft um 24 Uhr) endet, schätzt die enge Anbindung an seine Heimat Meerbusch. Seine Lieblingskneipe, Haus Baumeister in Strümp, besucht er nur noch selten. Seiner Liebe zu gutem Rotwein muss er nicht abschwören. „Nicht jeder Abendtermin besteht nur aus Reden und Aktenwälzen“, so der Minister. Kaum noch Zeit für Sport
Auch zum Tennisspielen kommt der politische Senkrechtstarter nicht mehr. „Seit ich im Berufsleben stehe, finde ich kaum noch Zeit für sportliche Aktivitäten“, berichtet Lienenkämper, der seither ständig mit den Pfunden kämpft, und das Frühstück deshalb auch einmal ausfallen lässt. Hat er Zeit, liest er gern Kriminalromane. Besonders John Grisham. „Davon am liebsten alle“, so Lienenkämper. Zeit nutzt er jedoch auch, um die heimischen Netzwerke zu pflegen. „Die Verwurzelung ist wichtig“, sagt Lienenkämper, der auf seinem Weg nach Berlin inzwischen auf der Höhe von Duisburg angekommen ist.
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