Korschenbroich: Schlauer Fuchs erklärt das Netz
VON NADINE FISCHER - zuletzt aktualisiert: 06.02.2012Korschenbroich (RP). Im umgebauten Linienbus "Fuchs" des Kreisjugendamts lernen Jüchens Grundschüler, wie sie sicher im Internet surfen können. Im kommenden Schuljahr hält der Bus auch an der Andreas-Schule in Korschenbroich.
Hier stoppt die Kuh
Nächste Station Schulleiter Wolfgang Grüe freut sich, dass der "Fuchs" bald auch an der Andreas-Schule hält. Ob der Bus dann klassenweise, von der Schülerzeitung oder in AGs genutzt wird, ist noch nicht entschieden
Seiten für Kinder Im "Fuchs" -Bus geben die Mitarbeiter den Schülern Tipps für kindgerechte Internetseiten. Zum Beispiel die Suchmaschine www.blinde-kuh.de, oder www.internet-abc.de. Außerdem machen die Kinder einen Internet-Führerschein
korschenbroich/jüchen Wenn Alexandra (10) zu Hause am Computer durch das Internet surft, fühlt sie sich nicht sicher. "Manchmal klickt man mit der Maus irgendwo drauf, und dann gehen Fenster auf, die man gar nicht haben will. Da weiß ich nicht, was ich machen soll", erzählt die Zehnjährige. Plötzlich ist sie konfrontiert mit Werbung, sie soll persönliche Daten eingeben oder irgendetwas abonnieren. Alexandra ruft dann ihre Mutter, und die schließt die Fenster. "Aber hier mache ich das alleine", sagt sie. "Hier fühle ich mich sicher", ergänzt die Viertklässlerin der Jüchener Grundschule In den Weiden. "Hier" – das ist im Lernbus "Fuchs", der an dem Nachmittag hinter ihrer Schule parkt. Zwei Mitarbeiter des Jugendamtes aus Korschenbroich, ein Lehrer und eine Erzieherin wollen zwölf Dritt- und Viertklässlern zum sicheren Umgang mit Computer und Internet verhelfen.
Die Medienkompetenz stärken
"Wir wollen mit dem Fuchs-Projekt in erster Linie die Medienkompetenz der Kinder stärken", sagt Wilfried Bodewein, Sachgebietsleiter Jugendarbeit und Jugendschutz beim Jugendamt. Sie sollen einerseits die Angst vor dem Netz verlieren – andererseits aber auch vorsichtig sein und in der virtuellen Welt nicht zu viel von sich preisgeben. Damit sich die Schüler nicht in den Weiten des Internets verlieren, zeigt das Team des Fuchs-Busses ihnen vor allem kindgerechte Internetseiten. Darüber hinaus lernt der Nachwuchs, mit dem Textverarbeitungsprogramm "Word" umzugehen. Jeden Montag von 14.30 bis 17.30 Uhr hält der Bus nun in Jüchen. In Rommerskirchen und Glehn startete das Projekt bereits 2009, ab dem kommenden Schuljahr soll der "Fuchs" anstatt an der Glehner Grundschule an der Korschenbroicher Andreas-Schule halten. "Medienerziehung ist auch schon an Grundschulen ein großes neues Arbeitsfeld", sagt Wolfgang Grüe, Leiter der Andreas-Schule. Die Internetnutzung sei "eine Sache, die man an die Kinder heranbringen muss, um Missbrauch zu verhindern". Im Unterricht sei das nur punktuell möglich.
Wenn der Bus hinter der Grundschule In den Weiden parkt, wird er von den Kindern im Offenen Ganztag (Ogata) auch als Treffpunkt genutzt. Die vier Laptops an Bord sind für die zwölf Teilnehmer der Medien-AG reserviert, die nach sechs Monaten wechseln. "Jedes Kind kann sich zur AG anmelden. Nicht nur die Kinder aus dem Ganztag", sagt Andreas Bendt, Mitarbeiter des Jugendamtes. Mit seinem Kollegen Herbert Ludwig, Grundschullehrer Stephan Wicharz und Ogata-Erzieherin Beate Thelen betreut er die Jüchener Schüler. Sie teilen die Kinder in Dreiergruppen auf, recherchieren mit ihnen im Internet zu Themen wie "Fußball" oder "Tiere", helfen ihnen, "Word"-Dokumente anzulegen und zu drucken.
Alexandra macht die AG viel Spaß. Bald fühle sie sich bestimmt zu Hause am Computer so sicher wie im Bus, sagt die Zehnjährige.
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