Korschenbroich: Schnitzen für kranke Kinder
VON SARAH DICKMANN - zuletzt aktualisiert: 22.09.2006Korschenbroich (RPO). Morgen verwandelt sich die Garage von Norbert Wirtz in einen weihnachtlichen Ausstellungsraum. Der 63-jährige Jüchener stellt filigranen Holzschmuck her, den er zugunsten der Kinderkrebshilfe verkauft.
Die Ausstellung
Ort Dechant-Bäumer-Straße 4, Jüchen.
Zeit Morgen, 11 bis 18 Uhr.
Besichtigung Besuchstermine außerhalb der Ausstellung können mit Norbert Wirtz unter % 0 21 65 / 51 76 abgestimmt werden.
Bestellung Wer Weihnachts- oder anderen Holzschmuck anfertigen lassen möchte, kann sich ebenfalls telefonisch melden.
JÜCHEN Ein Prunkstück mag Norbert Wirtz nicht hervorheben. „Jedes Teil ist ein prachtvolles Werk“, sagt der 63-Jährige. Recht hat er. Ob ein winziger Holzstern für den Weihnachtsbaum, ein hübsch bemaltes Windlicht oder ein mehrteiliges Fensterbild mit Schmetterlingen – jedes der Ausstellungsstücke, die sich in der Garage von Norbert Wirtz stapeln, hat seinen Reiz. Und jedes ist ebenso fein gearbeitet wie das, was neben ihm liegt. Mit Bohrer und Stichsäge geht Norbert Wirtz ans Werk, jeden Tag, manchmal bis zu 16 Stunden. Das Geld, das er für seine Objekte bekommt, spendet er der Kinderkrebshilfe.
4400 Euro sind das Ziel
„Ich habe zwei gesunde Kinder und zwei gesunde Enkel. Als ich einmal krebskranke Mädchen und Jungen besucht habe, wusste ich, was ich zutun habe“, erklärt der Jüchener. Zum dritten Mal veranstaltet er morgen in seiner Garage eine Ausstellung, bei der die Besucher aus Jüchen und Umgebung weihnachtlichen, aber auch anderen Holzschmuck erwerben können. 50 Cent kostet ein fingernagelgroßer Nikolaus, 30 Euro ein aufwändig gestaltetes Fensterbild. „Ich hoffe, dass ich wieder viel verkaufen und den Kindern damit helfen kann. Im letzten Jahr sind 4400 Euro zusammengekommen.“
Enkel Florian war der Auslöser dafür, dass sein Opa nun jede Menge Sperrholz zuschneidet, nach Schablonen aus Tonkarton bohrt, sägt und feilt. Der Neunjährige brachte vor einigen Jahren Spielzeug aus dem Kindergarten mit. „Das war kaputt und ich hab gesagt: mein Opa macht das wieder ganz“, erzählt Florian, der seinem Opa beim Vorbereiten der Ausstellung hilft. Genauso, wie seine Mutter Melanie und seine Oma Karin mit anpacken. Sie verwandeln die Garage mittels roter Tücher, Tannenzweigen und grünem Teppich in einen weihnachtlich anmutenden Raum. Karin Wirtz hilft zudem beim Schmirgeln, Melanie Rekcztat bemalt Weihnachtsbäume und Nikoläuse und stellt Windlichter her.
„Meine Familie unterstützt mein Tun für die Kinderkrebshilfe voll und ganz“, sagt Norbert Wirtz. Nicht nur von der Familie bekommt er bei seiner Ausstellung unterstützung: Nachbarin Dorothee Krontal verwandelt ihre Garage in ein Café, die Jüchener Bäcker spendieren den Kuchen dazu. Neben Holzspielzeug und Weihnachtsschmuck haben zudem Kaufhäuser Restposten zur Verfügung gestellt, sodass Wirtz auch Plüschtiere anbieten kann. Von fast jedem seiner Kunstwerke hat der gelernte Kfz-Mechaniker gleich mehrere Exemplare angefertigt. „Und wenn doch einmal etwas vergriffen sein sollte, stelle ich auf Wunsch Neues her. Zur Not bis Heiligabend um 14 Uhr.“
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