Korschenbroich: Schule wenig behindertengerecht
VON SABINE WOTZLAW - zuletzt aktualisiert: 11.02.2010Korschenbroich (RPO). Ein Behinderten-WC und einen Aufzug hat die Alte Schule in Korschenbroich bereits. Aber es gibt Defizite: Toilette und Aufzug sind schlecht gekennzeichnet. Die Verwaltung muss nachbessern, findet Korschenbroichs Behindertenbeauftragter Siegbert Schmitz.
Die Bedingungen für behinderte Menschen in der Alten Schule in Korschenbroich müssen verbessert werden. Da sind sich Siegbert Schmitz, Behindertenbeauftragter der Stadt Korschenbroich und Werner Ortmann, Mitglied des Arbeitskreises Demographischer Wandel, einig. "Die Aufzüge in der Alten Schule sind veraltet und überhaupt nicht behindertengerecht", erzählt Schmitz. "Der Schlüssel für den Aufzug befindet sich in der ersten Etage. An den Drücker im Fahrstuhl kommen Rollstuhlfahrer erst gar nicht ran."
Das im Treppenhaus lagernde Riffelblech, das als Rampe diene, könne von einer Person alleine nicht getragen werden. Auch das Schloss des Behinderten-WC's sei defekt und müsse dringend ausgetauscht werden.
Barrierefreier Ausbau
Gehwege An 128 Querungsstellen sollen Gehwege abgesenkt und mit Noppensteinen als Orientierungshilfe für Sehbehinderte versehen werden. Hier fließen Mittel aus dem Konjunkturpaket II. Gesamtkosten 517 000 Euro. Der kommunale Anteil liegt bei rund 64 000 Euro.
Bushaltestellen 40 Haltestellen im Stadtgebiet sollen behindertengerecht ausgebaut werden. Die Stadt stellt hierfür 2010 und 2011 jeweils 410 000 Euro bereit.
Anregungen an Verwaltung
Ihre Anregungen haben Schmitz und Werner Ortmann schriftlich zusammengefasst und an Bürgermeister Heinz Josef Dick und die Fraktionen im Stadtrat geschickt. "Unsere Forderungen sind mit wenig Aufwand verbunden. Ich denke, dass das umsetzbar sein sollte", sagt Schmitz. Vielen Bürgern sei gar nicht bekannt, dass es in Alt-Korschenbroich Behinderten-Einrichtungen gebe. Deshalb solle die Stadtverwaltung dafür sorgen, dass besser auf den Aufzug und die Behinderten-Toilette in der Alten Schule hingewiesen werde. "Das ist bisher allenfalls bei Großveranstaltungen wie dem City-Lauf der Fall", beklagt Schmitz. Rollstuhlfahrernund Rollator-Benutzern müsse der Außenzugang zur Schule möglich sein. Das Riffelblech das bisher im Eingangsbereich gelagert werde, solle fest montiert und vor dem Eingang platziert werden. "Der bereits vorhandene Aufzug soll dem Benutzer durch eine eingewiesene Person erklärt werden", regt Ortmann an. Außerdemsollten die Außentüren der Behinderten-Toilette und des Aufzug mit gut sichtbaren Piktogrammen versehen werden. Damit auch auswärtige Besucher das Behinderten-WC gut finden könnten, müsse auch im Alt-Korschenbroicher Ortskern durch entsprechende Hinweisschilder auf die Toilette hingewiesen werden. Außerdem regen Schmitz und Ortmann an, Schlüssel-Ausleih-Stationen in Korschenbroich einzurichten: "In Frage kommen etwa die Rezeptionen des Seniorenhauses und die Niederrhein-Klinik", sagt Schmitz. Der dritte Ort müsse noch überlegt werden. Schmitz und Ortmann schwebe ein Gewerbebetrieb in der Nähe der Alten Schule vor. So könnten auch Auswärtige einen Schlüssel entleihen. Die Entleih-Stationen hätten den Vorteil, dass etwa die Bewohner des Seniorenhauses und der Niederrhein-Klinik unbeschwert zum Stadtbummel könnten und je nach Bedarf die Behinderten-Toilette benutzen könnten. Die Schlüssel sollen nach dem Stadtbummel, spätestens aber am nächsten Tag zurückgegeben werden. Schmitz: "Damit keine Schlüssel verlorengehen, müssen die Entleiher fünf Euro Pfand hinterlegen."
Besser kennzeichnen
"Es ist richtig, dass wir die Behinderten-Toilette besser kennzeichnen müssen, sagte Bürgermeister Heinz-Josef Dick gegenüber der RP. Auch auf den Aufzug müsse besser hingewiesen werden. Das seien aber Kleinigkeiten, die schnell umgesetzt werden könnten. Doch eine Toilette, die rund um die Uhr geöffnet ist, das sei nicht umsetzbar, so der Bürgermeister. Dick: "Wir werden alle Anregungen prüfen und versuchen, sie möglichst bald umzusetzen."
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum



