Korschenbroich: Schulgebet wieder möglich
zuletzt aktualisiert: 27.02.2009 - 12:31In der Grundschule in Korschenbroich-Pesch dürfen die Kinder demnächst wieder den Bonhoeffer-Text „Von guten Mächten wunderbar geborgen“ als Schulgebet sprechen.
Nachdem sich im Streit um das Schulgebet seit Januar nichts bewegt habe, habe sie nun „ein geharnischtes Verslein“ auf den Postweg Richtung Rheinkreis Neuss gebracht, so Schulministerin Barbara Sommer gegenüber unserer Zeitung.
Das Schulamt des Rheinkreises hatte das Schulgebet mit dem Bonhoeffer-Text verboten, nachdem die konfessionslosen Eltern eines Kindes an der ehemals katholischen Grundschule sich beschwert hatten. Das Gebet in der Klasse solle weiterhin stattfinden können, bekräftigte Sommer nun: „Wer sich daran nicht beteiligen möchte, muss es auch nicht.“
Ein Kind, dessen Eltern die Teilnahme an einem solchen Gebet nicht wünschten, könne ja während des Gebets seine „Nicht-Beteiligung“ signalisieren, so die Ministerin, indem es zum Beispiel einfach nicht mitspreche oder die Hände nicht falte. Die Gemeinschaftsschule in NRW sei weiter eine christliche Schule. Es könne nicht richtig sein, dass die Mehrheit der Eltern, die das Gebet wünschten, von einer einzelnen Mutter dominiert würden.
Gegen das Verbot des Bonhoeffer-Textes hatte sich eine Elterninitiative zur Wehr gesetzt, der es nicht reichte, das tägliche Gebet durch eine Schweigeminute ersetzt zu sehen. Weiteren Unmut hatte das Schulamt auf sich gezogen, als es nach dem Gebet auch noch ein gemeinsames Krippenspiel an der Pescher Grundschule untersagen wollte.
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