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Korschenbroich: So jeck ist Jüchen

zuletzt aktualisiert: 17.02.2012

Korschenbroich (RP). Die Dycker Wiever stürmen das Rathaus und legen den Bürgermeister in Ketten, hunderte Schüler feiern bei der Karnevalsparty bei Polo und die Altweiber machen Stimmung im Hochneukircher Festzelt. Zum Start des Straßenkarnevals wurde überall in Jüchen ausgiebig gefeiert.

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Zilllikens in Ketten

Wer in Jüchen das Rathaus stürmt, sollte bescheiden sein. Erstens gibt es im Inneren nicht viel zu holen, und zweitens ist das Narrenvolk an diesem Altweiberdonnerstag überall – nur nicht in Jüchen. Der Moment könnte hochnotpeinlich sein, als Erika Jansen und Käthemarie Funke die Exklusivität ihres närrischen Treibens ignorieren und unerschrocken zur Tat schreiten. Er ist es aber nicht. Im Gegenteil: Frauen wie Erika Jansen und Käthemarie Funke (beide 55) setzen in der karnevalistischen Diaspora vielmehr ein Akzent, der andernorts fast schon verloren ist: Authentizität. Die Dycker Wiever – und zu ihnen zählen die beiden – wollen einen Karneval zum Anfassen. Ohne Profis, handgemacht und mit ganzem Herzen. Da stört es nicht, dass die eigens aufgestellten Boxen fiepend um Gnade flehen, als das Duo den Bürgermeister zur poetischen Narretei herausfordert. "Hier werden sie wahrscheinlich noch fünf Jahre doof gucken, wenn wir den Bürgermeister in Ketten legen", sagt Erika Jansen und lacht. Der Bürgermeister hat sich zwischenzeitlich seinem Schicksal gefügt und wird – in Ketten – zur Party der Verwaltung im rathausnahen Jugendheim geführt.

Info

So wird weitergefeiert

Heute Ab 10.30 Uhr zieht der Zug durch Hochneukirch. Treffpunkt ist die Grundschule. Der Zugweg: Hochstraße, Holzerstraße, Gartenstraße, Theodor-Heuss-Straße, Marktplatz.

Samstag Um 15.33 Uhr beginnt der Zug "Mer Jecke trecke" in Otzenrath an der Baumstraße.

Sonntag Ab 14.11 Uhr zieht der Zug durch Garzweiler.

400 Schüler feiern bei Polo

Jüchen (angr) Der wummernde Bass rüttelte an den Scheiben. Gartenzwerge tanzten mit Kühen, Elefanten knuddelten Hasen, ein Froschkönig suchte Bützchen, ein Polizist (verkleideter Schüler) stieß mit einem Sträfling (Schulleiter Gerd Acker) an. Die Kinderkarnevalsparty gestern bei Polo war eine große Sause. Mehr als 400 Schüler der Jüchener Schulen feierten zusammen bis zum Nachmittag. In der Ecke stapelten sich die Schultaschen. Am Morgen hatte es noch zwei Stunden "Unterricht" gegeben – mit verkleideten Schülern. "Die Musik hier ist sehr gut, und man kennt einfach alle, die hier sind", sagte Jana (17) aus der Stufe Zwölf des Gymnasiums, die mit ihren Freundinnen Carolina (18), Anna (18) und Theresa (17) zur Party gekommen war. Es war das zweite Mal, dass Polo für Jüchens Schüler (ab dem achten Schuljahr) eine Karnevalsparty organisierte. Jugendamt, Polizei, Ordnungsamt und die Caritas mit dem Prevent-Mobil waren ebenfalls dabei. Nennenswerte Vorfälle gab es nicht. "Die jungen Menschen sollen auch in Jüchen feiern können", sagte Bezirksjugendpfleger Reinhard Giese.

Erster Höhepunkt des Tages von Erika Jansen (l.) und Käthemarie Funke: Bürgermeister Harald Zillikens hat sich den "Dycker Wiewern" ergeben. Foto:

Altweibertreiben

Hochneukirch (kvm) Unverfälschter Karneval wird Hochneukirch gelebt. Die Stimmung schlug hohe Wellen gestern beim Altweibertreiben der KG Nökercher Jecke mit DJ-Clown Manfred Schindowski im Festzelt auf dem Adenauer-Platz. Das alles riss den kleinen Tim (10 Wochen) nicht aus dem Schlaf. Seine Mutter Kristina Paschke hatte ihren Sohn zur Party mitgenommen, denn sie wollte ihre Nichte Lea Gingter (7) tanzen sehen – als Gardegirl bei den Nökercher Jecke. Diese Garde begleitet das Hochneukircher Kinderprinzenpaar Tim Piel (9) und Lea Meurer (11) zu allen Auftritten. Stolz kündigte Annette Pega die Garde an: "Vor vier Jahren waren es sieben Mädels - jetzt sind es siebzehn." Neugierig beobachtete die kleine Luise Otto (9 Monate) die Tanzmariechen, von denen eine ihre Schwester Charlotte (5) ist. Eine märchenhaft gekleidete Gruppe Meerjungfrauen und Engel vom Förderverein der Kindertagesstätte "Sausewind" amüsierte sich ebenso wie die Damengruppe "Wilde 13" aus Hochneukirch.

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Quelle: RP/rl


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