Korschenbroich: Stadt schränkt Streudienst ein
VON HOLGER HINTZEN - zuletzt aktualisiert: 08.01.2010Korschenbroich (RPO). Weil Korschenbroichs Salzvorräte zur Neige gehen, streut die Stadt nur noch da, wo der Verkehr besonders gefährdet ist. Womöglich hat sie schon morgen gar kein Salz mehr. Jüchen hat dagegen noch 60 Tonnen gebunkert.
Suppe und Winter haben eines gemeinsam: Ohne Salz sind sie nicht zu genießen. Und daher ist es auch nicht nach dem Geschmack des Stadtpflegebetriebs, dass Korschenbroich derzeit beim Nachschub für Streugut hinten anstehen muss.
Weil die Salzwerke und -lieferanten der Nachfrage nicht gewachsen sind, so die Stadtverwaltung, wird der Landesbetrieb für seinen Streudienst auf Autobahnen, Bundes- und Landstraßen mit dem knappen Dargebot beliefert. Städte und Kreise sind erst danach dran.
Die Folge: Korschenbroich hat nach einer Nacht mit Neuschnee gestern angekündigt: Der städtische Winterdienst wird eingeschränkt. "Wenn wir wegen neuen Schneefalls weiterhin immer wieder nachstreuen müssen, kann es sein, dass wir am Samstag gar kein Salz mehr haben", meinte der Beigeordnete Bernd Dieter Schultze gestern.
Dann hilft nur die Räum-Flotte
Die zur Neige gehenden Salzvorräte, so Schultze, werden nur noch dort verteilt, wo die Verkehrssicherheit besonders gefährdet ist – auf Kreuzungen und überörtlichen Straßen beispielsweise. Ist sämtliches Salz verbraucht und noch kein Nachschub eingetroffen, kann der Stadtpflegebetrieb nur noch Schnee räumen. Allerdings nicht mit einem großen Fuhrpark: Die Stadt hat zwei größere Fahrzeuge, denen sie Räumschilde an den Bug montieren kann, und ein paar kleinere mit kleineren Schilden.
Die Möglichkeiten dieser Flotte sind allerdings beschränkt. Und: "Wenn Autos am Straßenrand stehen kann man auch nur beschränkt räumen, denn wir können die Parker ja nicht mit Schnee einmauern", sagt Schultze. Damit sich die Autofahrer auf die salzarme Winter-Lage einstellen könnten, habe die Stadt rechtzeitig darauf hinweisen wollen.
Allerorten können die kommunalen Streukräfte ohnehin nicht sein. Schließlich sind auch die Bürger gefragt, beim Streuen und Schippen auf ihren Straßen mitzumachen. Darauf weist auch die Gemeinde Jüchen hin: Grundsätzlich müssten Hauseigentümer dafür sorgen, dass Bürgersteig und Straße von Schnee befreit und bei Glätte gestreut sind. Nur bei einigen wenigen Hauptverkehrsstraßen und einigen Verbindungswegen sei die Gemeinde in der Streu- und Räumpflicht. Um die zu erfüllen, schickt sie gewöhnlich früh morgens einen Mitarbeiter als "Späher" auf die Straßen.
Vier Mann haben Bereitschaftsdienst, weitere können hinzugerufen werden. Zwei Streufahrzeuge berieseln die Straßen. Salzmangel gebe es in Jüchen nicht, sagt die Gemeinde. Ihr Bauhof habe derzeit noch einen Vorrat von rund 60 Tonnen.
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