Korschenbroich: Stadt will Energie und Geld sparen
VON HOLGER HINTZEN - zuletzt aktualisiert: 29.12.2009Korschenbroich (RPO). Angesichts riesiger Löcher in der Kasse will Korschenbroich verstärkt Energie und langfristig auch Geld sparen. Im Hallenbad ist der Gasverbrauch schon gesenkt, in der Kleinenbroicher Mehrzweckhalle wurde der Stromverbrauch bereits reduziert. Dafür musste aber erst investiert werden.
Den Lichtschalter suchen – das hat in der Kleinenbroicher Mehrzweckhalle neuerdings keinen Sinn. Denn Knöpfe und Kippschalter gibt es dort nicht mehr. Finster bleibt es trotzdem nicht: Sobald ein Nutzer die Halle betritt schaltet sich das Licht von alleine aus, hält sich niemand mehr in einem Raum auf, gehen die Lampen von alleine aus. "Präsenzmelder" nennt Walter Hintzen, Energieexperte in der Korschenbroicher Stadtverwaltung, das Gerät, das die Lichtzufuhr in der Halle und den Nebenräumen wie von Geisterhand regelt. Dank einer neuen Beleuchtungsanlage hat die Stadt aber nicht nur Schalter, sondern auch Geld gespart: 3394 Euro musste sie früher pro Jahr für Beleuchtung zahlen. Nun, da modernere und energiesparende Leuchtstoffröhren nebst Präsenzmeldern eingebaut sind, sind nur noch 1523 Euro fällig. Geld sparen durch Energie sparen – eine Methode, welche die Stadtverwaltung in Zeiten riesiger Haushaltslöcher gerne in vielen öffentlichen Gebäuden anwenden möchte.
Straßenbeleuchtung
Ziel Um den Stromverbrauch und die Wartungskosten der Straßenlampen zu reduzieren, hat die Stadt in diesem Jahr gut 30 000 Euro investiert.
Umsetzung In 20 Kleinenbroicher Straßen wurden insgesamt 84 veraltete, so genannte Pilzleuchten gegen neue Klarglasleuchten mit Natriumdampfhochdrucklampen ausgetauscht.
Schließlich sind die jährlichen Ausgaben für Energie beträchtlich. 1,6 Millionen Euro hat die Stadt beispielsweise 2008 dafür ausgegeben – etwas mehr als die Hälfte ging für Strom drauf. Zum Vergleich: 1999 lagen die Energie-Ausgaben noch bei etwas mehr als 800 000 Euro. Gestiegene Preise für Erdöl, Gas und Strom sind ein wichtiger Grund für diesen Anstieg. Aber auch ein höherer Stromverbrauch an vielen Stellen spielt eine Rolle. "In Schulen und in der Verwaltung stehen heute überall Computer, auch das erhöht den Verbrauch im Vergleich zu frü-her", sagt Hintzen.
Ökologisch macht Energie sparen gewiss Sinn, senkt doch die neue Beleuchtung der Kleinenbroicher Mehrzweckhalle auch die Menge des zur Stromproduktion nötigen Kohlendioxid-Ausstoßes. Andererseits muss die Stadt erst einmal Geld in neue Anlagen investieren. Im Fall Mehrzweckhalle waren es 24 000 Euro, weitere 8000 Euro bekam sie als Zuschuss vom Bund.
Gut 200 000 Euro hat die Stadt in eine neue Fassade für das Korschenbroicher Hallenbad gesteckt. Langfristig soll sich auch das rentieren. Denn wie Wärmebildkamera-Aufnahmen zeigten, verpuffte jede Menge Wärme durch die alte, schlecht gedämmte Fassade aus den 70er-Jahren. 300 000 Kubikmeter Gas gingen früher fürs Heizen des Hallensportzentrums pro Jahr drauf. Nach vier bis fünf Monaten mit der neuen Fassade wurden schon mal 20 000 Kubikmeter weniger als im Vorjahreszeitraum verbraucht.
Und der Gasverbrauch soll noch geringer werden, wenn im kommenden Jahr ein Blockheizkraftwerk in das benachbarte Gymnasium eingebaut wird, welches das Hallensportzentrum mit Wärme versorgen soll. Gleichzeitig wird in modernere Pumpentechnik der Heizverteilung, sowie in die Dach- und Fassadensanierung des E-Traktes des Gymnasiums investiert werden. 1,385 Millionen Euro kostet dieses Projekt, knapp 1,2 Millionen Euro bekommt die Stadt aus Mitteln des Konjunkturpakets als Zuschuss.
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