Korschenbroich: Streik: Hart für Grundschüler
VON HOLGER HINTZEN UND SABINE WOTZLAW - zuletzt aktualisiert: 04.02.2010Korschenbroich (RPO). Viele Eltern von Grundschülern müssen heute Kinder selbst zum Unterricht bringen, da wegen des Warnstreiks der NVV-Fahrer die Busse still stehen. Die Linie 097 wird zwischen Odenkirchen und Jüchen aber bedient.
KORSCHENBROICH/JÜCHEN Peter Walter hat die Eltern informiert – und ist zuversichtlich. "Wir haben etwa 20 Fahrschüler, die meisten davon werden wohl zum Unterricht kommen", meinte der Leiter der Liedberger Grundschule gestern. Zwar wird heute weder seine Schule noch die in Herrenshoff und Glehn wegen des Warnstreiks der NVV-Fahrer von Schulbussen angesteuert werden. Aber Walter rechnet damit, dass viele Eltern aus Steinforth-Rubbelrath per Absprache untereinander dafür sorgen können, dass die Kinder aus den umliegenden Dörfern in Privatwagen gebracht werden. Schaffen es die Eltern es nicht, den Transport zu organisieren und bleibt ein Kind deshalb zuhause, ist es entschuldigt. "Denn das Kind kann ja nichts für den Streik", sagt Walter.
Warnstreik
Was Am Montag wurde die zweite Runde der Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst ergebnislos beendet.
Wer Mit den Streiks will die Gewerkschaft Verdi der Forderung nach einer fünfprozentigen Einkommensverbesserung für die rund zwei Millionen Beschäftigten von Bund und Kommunen Nachdruck verleihen.
Bund und Kommunen lehnen die Forderungen als zu hoch ab.
Winterdienst wird sichergestellt
An der Grundschule in Herrenshoff sind mit etwa 80 Kinder zwar noch weit mehr Jungen und Mädchen vom Warnstreik wegen der Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst betroffen. Denn so viele kommen gewöhnlich mit dem Bus zur Schule. Aber auch Schulleiterin Marie-Luise Grüe glaubt, dass die Kollegen nicht vor halbleeren Klassenzimmern stehen und die Eltern den Transport der Kinder schaffen werden. Als es 2008 schon einmal einen Busstreik gab, waren die Schüler auch vollzählig erschienen.
Gerade die Kinder der ersten vier Klassen sind es, die vom Streik am meisten betroffen sein werden. Die schon etwas älteren Gymnasiasten können sich eher per Fahrrad zum Unterricht begeben. Schülern, die aus Gladbach nach Korschenbroich pendeln, steht zumindest ab Mönchengladbach Hauptbahnhof noch die S-Bahn zur Verfügung.
Mit etwa acht Warnstreikenden ist nach Einschätzung der Stadtverwaltung heute auch im Stadtpflegebetrieb zu rechnen. Allerdings soll der Winterdienst dennoch sicher gestellt sein. In den Kindergärten, so die Stadt, werde wohl nicht gestreikt werden. In der Verwaltung der Gemeinde Jüchen sind eher keine Warnstreiks zu erwarten. "Bei uns sind nur wenige Tarifbeschäftigte gewerkschaftlich organisiert", sagt Pressesprecher Norbert Wolf. Insgesamt 150 Schüler aus Mönchengladbach besuchen die weiterführenden Schulen in Jüchen. "Bei uns dürfte es keine großen Ausfälle geben", sagt Gerd Acker, Schulleiter des Gymnasiums. Er gehe davon aus, dass die meisten Schüler aus Mönchengladbach mit einem Privatwagen zur Schule gebracht würden. "Wir haben unsere Schüler angewiesen, auf die Bahn umzusteigen", erzählt Werner Fritsche, stellvertretender Leiter der Ganztagshauptschule in Hochneukirch. Die vom Jüchener Unternehmen Gerresheim bediente Linie 097 solle zwischen Odenkirchen und Jüchen aber befahren werden, erklärte die NVV gestern.
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