Korschenbroich: TVK: Prozess um Transfer?
VON ANDREAS GRUHN - zuletzt aktualisiert: 07.08.2009Korschenbroich (RPO). Dem Handball-Zweitligisten Korschenbroich droht eine Klage: Konkurrent Spenge will eine fünfstellige Summe, weil sein Spieler Christoph Piske zum TVK wechselte. Doch der mag nicht zahlen. Zu allem Unglück ist der Trainer krank.
Es sind derzeit wenig erfreuliche Nachrichten, die in der Geschäftsstelle des TV Korschenbroich eintreffen. Schwierige Verhandlungen mit dem TuS Spenge bevor, die den schmalen Korschenbroicher Etat massiv belasten könnten.
Es geht um die Verpflichtung des halbrechten Rückraumspielers Christoph Piske. Der nämlich wechselte zum TVK und berief sich dabei auf eine Ausstiegsklausel aus seinem noch laufenden Vertrag in Spenge. Dessen Vorsitzender Horst Brinkmann fordert jedoch eine fünfstellige Ablösesumme für die Freigabe Piskes, die der TVK nicht zahlen will. Und vermutlich auch nicht kann. Stattdessen boten die Korschenbroicher ein Freundschaftsspiel in Spenge an.
Vergangenen Montag tagte nun der Wirtschaftsrat des TuS, der sich mit einem Freundschaftsspiel, bei dem die Einnahmen in Spenge bleiben, offenbar nicht zufrieden geben will. "Wir wollen Korschenbroich einen vernünftigen Vorschlag unterbreiten", sagte Brinkmann und deutete an, dass es Verhandlungen geben wird.
Karten fürs Topspiel
Testspiel Am Sonntag, 16. August, 15 Uhr, spielen die Korschenbroicher Handballer in der Waldsporthalle gegen die SG Flensburg-Handewitt.
Sponsor Das Spiel gegen den Champions-League-Teilnehmer aus dem hohen Norden machte Korschenbroichs Hauptsponsor Gerd Bennewirtz über Kontakte nach Flensburg möglich.
Karten Der Vorverkauf hat bereits begonnen bei Knepperges & Zimmer, an der Hindenburgstraße in Korschenbroich.
Gleichzeitig berichtete das Westfalen-Blatt, Anwälte würden sich bereits mit dem Fall befassen und eine Klage vor dem Arbeitsgericht vorbereiten – sollte es zu keiner Einigung zwischen dem TV Korschenbroich, Christoph Piske und dem TuS Spenge kommen.
Eine Ablöse scheint für den TVK utopisch. Nach eigenen Angaben wurde gerade der Etat im Vergleich zur Vorsaison um 20 Prozent gekürzt. Schätzungsweise stehen dem TVK damit gute 400 000 Euro zur Verfügung. Um sich mehr Spielraum für die in zwei Jahren anstehende Zusammenlegung der beiden Zweitliga-Staffeln zu erarbeiten, versuchen die Korschenbroicher den "Sprung über die Niers", wie Geschäftsführer Peter Irmen dies nennt. Sprich: Sponsorensuche am gesamten linken Niederrhein. Irmen: "Wir haben Dauerkarteninhaber in Viersen, Mönchengladbach, Willich, Erkelenz und einigen weiteren Städten und Gemeinden."
Der Aufsteiger in die zweite Handball-Bundesliga hat kürzlich mit der Vorbereitung begonnen und jüngst in Testspielen auch schon eine starke Frühform gezeigt, doch die "wichtigste Phase der Saison" wird derzeit nicht nur durch Spenges Forderung getrübt. Trainer Khalid Khan leidet an einer Streptokokken-Infektion und kann das Training nur vom heimischen Bett per Telefonverbindung mit seinem Co-Trainer Jörn Ilper leiten. Etwa zwei Wochen wird Khan in der sensiblen Phase der Vorbereitung fehlen.
Obendrein wurde U21-Nationalspieler Marcel Görden von Bundestrainer Martin Heuberger überraschend nicht für die in Kürze beginnende Junioren-Weltmeisterschaft in Ägypten nominiert. "Schade", schmollte der 21-Jährige.
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