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Korschenbroich: Unfall: Pferdestall unter Strom

VON DÉSIRÉE LINDE UND NADINE FISCHER - zuletzt aktualisiert: 06.06.2008

Korschenbroich (RPO). Bei einem Unfall wurde gestern ein Pferdestall unter Strom gesetzt. Eine 34-Jährige erlitt mehrere Stromstöße und musste im Krankenhaus behandelt werden. Eine Fuchsstute konnte sich nicht ins Freie retten und starb.

So ähnlich sieht die Leitung am Reiterhof aus, an der gearbeitet wurde, um sie in den Boden zu verlegen, als das Unglück passierte.   Foto: RPO
So ähnlich sieht die Leitung am Reiterhof aus, an der gearbeitet wurde, um sie in den Boden zu verlegen, als das Unglück passierte. Foto: RPO

Bei einem Unfall mit einem Stromkabel wurde gestern eine Frau leicht verletzt. Ein Pferd verendete. Gegen zwölf Uhr arbeitete der örtliche Stromversorger NVV an einer Freileitung, also einer überirdischen Leitung auf dem Reiterhof Brunenberg an der Gilleshütte. „Der ganze Boden stand unter Strom“, berichtete Reiterhofbesitzer Jakob Brunenberg. Ein Kabel sei falsch verbunden worden – daher das Unglück, vermutet Brunenberg.

Ursachenforsche bei der NVV

Ihm saß am frühen Abend gestern der Schock noch merklich in den Gliedern. Denn seine Tochter hatte im Moment des Unglücks in einer der Pferdeboxen gearbeitet. „Sie hat zwei, drei Stromstöße bekommen“, berichtet der Vater. Einen davon, als sie die Pferdebox öffnete und dabei versehentlich den Gitterverschlag berührte. „Das Pferd hat angefangen zu toben“, sagte Brunenberg. Die 34-jährige Frau hatte Fuchsstute Chanty – das Pferd von Brunenbergs Schwägerin – ins Freie lassen wollen.

Info

Die Spannung

Höchstspannung ab 100 000 Volt, tödlich

Mittelspannung ab 5000 Volt, in der Regel nicht tödlich

Niedrigspannung bis 220 Volt, nicht tödlich. Tiere reagieren empfindlicher auf Stromstöße als Menschen, wie RWE-Sprecher Lothar Lambertz mitteilte. Womöglich deshalb hatte der Stromschlag bei der Frau nur zu leichten Verletzungen, bei dem Pferd aber zum Ton geführt.

Doch das Tier rutschte bei dem Versuch, sich durch die Boxentür in Sicherheit zu bringen auf dem nassen Untergrund aus und stürzte, teilte die Polizei mit. Dabei erlitt das Tier einen tödlichen Stromschlag. Brunenberg dagegen vermutet, dass das Pferd beim Trinken über das Wasser den Schlag erhalten habe. Die Tochter von Jakob Brunenberg wurde mit dem Rettungwagen ins Krankenhaus gebracht und dort auch gestern Abend noch behandelt. Sie ist nur leicht verletzt. „Ich denke aber, dass sie lieber 24 Stunden dort behalten werden soll“, vermutet Brunenberg.

Wie das Unglück passieren konnte, kann sich Brunenberg nicht erklären. Er berichtet, dass zu diesem Zeitpunkt wohl gerade die Hausanschlüsse gelegt worden seien. Rr nun fürchtet, dass der Unfall dem Ruf seines Reiterhofs schadet. 30 Pferde sind in dem Reiterhof von Jakob Brunenberg insgesamt untergebracht. 14 standen in dem betroffenen Bereich. Es hätte jedes der Tiere treffen können, etwa wenn es nur mit dem Maul an die Gitterstäbe gekommen wäre. „Ein Pferd ist wie ein Familienmitglied“, sagte Miriam (15), die auf dem Hof eine Hof hat. Wenn es ihre Fanny getroffen hätte, wäre sie mit den Nerven am Ende gewesen.

Bei der NVV gab es gestern Abend noch keine Auskünfte zum Unfallhergang und zu Ursachen. „Richtig ist, dass es Arbeiten an der Freileitung gegeben hat, bei der eine Spannungsübertragung stattgefunden hat“, sagte NVV-Sprecher Helmut Marmann auf Anfrage der Rheinischen Post. Will heißen: Von dem überirdischen Kabel wurde Strom eingeleitet: Er floss also dorthin, wo er eigentlich nicht hin soll. Nach den Angaben der Polizei stand der gesamte Pferdestall so unter Strom. „Aktuell wird nach den Ursachen geforscht“, sagte Marmann. Die Polizei und das Amt für Arbeitsschutz ermitteln ebenfalls.

Quelle: RP

 
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