Korschenbroich: Viele Lehrstellen sind noch frei
VON HANS HENDRIK FALK - zuletzt aktualisiert: 09.04.2010Korschenbroich (RPO). Mehr Lehrstellenbewerber, aber auch mehr Ausbildungsplätze als 2009 meldet die Agentur für Arbeit im Kreis Neuss. 740 Berufsanfänger haben sich bereits erfolgreich beworben. Es gibt immer noch viele freie Ausbildungsplätze.
Die Lage auf dem Ausbildungsmarkt im Kreis Neuss hat sich im Vergleich zum Vorjahr verbessert. Doris Schilling, Leiterin der Agentur für Arbeit in Mönchengladbach, führt die positive Entwicklung darauf zurück, dass die Agentur früher als sonst den Kontakt zu den Arbeitgebern gesucht habe, damit diese ihre freien Ausbildungsplätze melden. Dadurch sollte den Betrieben mehr Zeit bei der Auswahl ihrer Azubis ermöglicht werden.
12,4 Prozent mehr Stellen
1687 gemeldeten Bewerbern im Kreis Neuss, von denen 740 bereits mit einem Ausbildungsplatz versorgt sind, stehen in der Halbjahresbilanz 1476 gemeldete Stellen gegenüber. Zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr war das Verhältnis von Bewerbern zu Ausbildungsplätzen 1575 zu 1313. Viele freie Ausbildungsplätze gibt es noch im Hotel- und Gaststättengewerbe, im Einzelhandel und im medizinischen Bereich.
Ansprechpartner
Arbeitgeber können Ausbildungsstellen bei der Agentur für Arbeit melden unter der Telefonnummer 01801 66 44 66
Bewerber wählen die Telefonnummer 01801 555111
Öffnungszeiten der Geschäftsstelle Neuss: Montag 8 bis 15.30 Uhr, Dienstag 8 bis 15.30 Uhr, Mittwoch 8 bis 13 Uhr, Donnerstag 8 bis 18 Uhr, Freitag 8 bis 13 Uhr
im Internet:
Neuss@arbeitsagentur.de
Nach wie vor konzentriert sich fast die Hälfte aller Bewerber auf die zehn beliebtesten Ausbildungsberufe, obwohl es rund 350 anerkannte Ausbildungsberufe gibt. Die Gründe dafür seien vielfältig, meint Detlef Neumeyer, Teamleiter der Berufsberatung der Agentur Arbeit Neuss. "Die Jugendlichen machen das, was sie von Eltern, Bekannten, von anderen Jugendlichen und teilweise auch aus den Medien kennen", sagt Neumeyer.
Bei den männlichen Bewerbern stehen der Kraftfahrzeugmechatroniker, der Kaufmann im Einzelhandel und der Bürokaufmann ganz oben auf der Wunschliste. Bei den Frauen mischt sich zwischen der Bürokauffrau und der Kauffrau im Einzelhandel die Medizinische Fachangestellte unter die ersten Drei. "Interessant ist", meint Neumeyer, "dass unter den Top-Ten Berufswünschen der jungen Frauen kein einziger technischer oder naturwissenschaftlicher Beruf ist."
So eine technische Ausbildung absolviert Daniel Harff (25) beim Korschenbroicher Industrie-Armaturenhersteller Sempell. Harff hat 2007 die Ausbildung zum Zerspanungsmechaniker begonnen. Seinen "Traumberuf", wie er sagt, fand Harff über den Umweg Groß- und Außenhandelskaufmann. Während seiner Ausbildungszeit fand er heraus, dass er doch lieber in einem technischen Beruf arbeiten würde.
Die erste Ausbildung schloss er trotzdem ab. Dazu rät er auch jedem anderen: "Auch wenn man merkt, dass der Beruf einem nicht gefällt, würde ich eine Ausbildung immer abschließen. Das macht sich immer besser – und mich hat's im Endeffekt nur weitergebracht."
Sempell bildet zur Zeit 23 Lehrlinge aus. Die Bewerberzahl hat erheblich zugenommen, bestätigt die Personalabteilung den allgemeinen Trend, auch in dem Punkt, was männliche und weibliche Jugendliche bevorzugen: Unter den 40 Bewerbern um sechs technische Berufe waren nur zwei Frauen.
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