Korschenbroich: Wassersauger geht bald ans Rohr
VON HOLGER HINTZEN - zuletzt aktualisiert: 17.04.2009Korschenbroich (RPO). Ein Termin, der Grundwasseropfer erfreut: Anfang Juni soll der Bau einer unterirdischen Pipeline vom Wasserwerk Lodshof zum Wasserwerk Hoppbruch beginnen. Wenn die Leitung steht, sollen ab 2010 in Lodshof vier Brunnen im Untergrund saugen und den Grundwasserpegel senken.
Der Bau der Wasserleitung vom Wasserwerk Lodshof zum Wasserwerk Hoppbruch soll Anfang Juni starten. Das hofft zumindest die Bauherrin, die Niederrheinwasser GmbH, eine Tochtergesellschaft der Mönchengladbacher NVV AG. "Zu unserem Ziel, Anfang 2010 mit der Grundwasserförderung in Lodshof zu beginnen, stehen wir nach wie vor", sagt Detlef Schumacher, Prokurist der Niederrheinwasser. Eine schriftliche Genehmigung der Bezirksregierung für den Bau der Leitung liege zwar noch nicht vor. "Aber es ist alles abgesprochen", sagt Schumacher. Die Bauarbeiten seien ausgeschrieben, der Auftrag werde womöglich noch im April vergeben.
Der Start der Grundwasserförderung im Jahr 2010 ist ein Termin, auf den viele von Grundwasser bedrohte Hausbesitzer in Herrenshoff und Raderbroich warten. Denn die Niederrheinwasser wird in Lodshof immerhin zwei Millionen Kubikmeter Grundwasser aus dem Boden pumpen. "Ein wichtiger Baustein in der so genannten ,Patchworklösung' und eine Entlastung für die Bürger in Herrenshoff und Raderbroich", findet Bürgermeister Heinz Josef Dick. Weitere Hilfe im Kampf gegen nasse Keller könnte ein vom Erftverband vorgestelltes Konzept bringen: Demnach ließe sich die Saugleistung des Wasserwerks Lodshof in Gestalt von zehn Grundwasserpumpen im Raum Korschenbroich noch steigern und damit extrem hohen Grundwasserpegeln die Spitze nehmen. Für gut 900 Haushalte wäre das Wasserproblem damit gelöst, meint Landrat Dieter Patt, für alle übrigen würde die Gefahr zumindest gemindert.
Das Wasserwerk
Bedingung Der Stadt Korschenbroich wird durch das Wasserwerk im Kampf gegen Grundwasser geholfen, dafür hat die Stadt den Trinkwasser-Abnahmevertrag mit der NVV um 30 Jahre bis zum Jahr 2038 verlängert.
Ausstattung Das Werk hat drei Brunnen, von denen einer nicht wieder in Betrieb geht. Stattdessen werden zwei neue Brunnen gebaut, so dass ab 2010 mit vier Brunnen gefördert wird.
Noch besser für die Korschenbroicher wäre es freilich, wenn die NVV nicht wie geplant nur zwei Millionen Kubikmeter in dem 2001 still gelegten und bald reaktivierten Wasserwerk Lodshof fördern würde. Zumal sie rechtlich die Erlaubnis hat, dort bis zu 4,2 Millionen Kubikmeter aus dem Boden zu holen. Doch so viel Wasser kann das Unternehmen derzeit nicht gebrauchen, denn der Trinkwasserverbrauch ist rückläufig. "1992 war der Verbrauch mit 145 Litern am höchsten, inzwischen liegt er 128 Litern", sagt Schumacher. Mithin wird zum Ausgleich für die zwei Millionen in Lodshof die Förderung im Wasserwerk Hoppbruch um zwei Millionen reduziert. Sollte sich der Wasserbedarf ändern, ist das Unternehmen aber bereit, mehr in Lodshof zu pumpen.
Darum wird die Wasserleitung, die von Raderbroich zum Hoppbruch führen und hauptsächlich unter Feldwegen verlegt werden soll, auch 60 Zentimeter dicke Rohre haben – genug für 4,2 Millionen Kubikmeter. Der Transport zum Hoppbruch ist nötig, weil in Lodshof dem Wasser zwar Eisen und Mangan, nicht aber Kalk entzogen werden kann. Entkalken, so Schumacher, ist ein aufwändiger Prozess und eine große, dazu nötige Anlage steht im Wasserwerk Hoppbruch. Eine Leitung dorthin zu bauen, ist immer noch günstiger, als in Lodshof eine Entkalkungsanlage einzurichten für das Wasser, das vier Brunnen pumpen sollen.
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