Korschenbroich: Zillikens Ziel: Zusammenarbeit
zuletzt aktualisiert: 19.06.2009Korschenbroich (RPO). Interview Hartnäckig sein und Überzeugungsarbeit leisten, so will sich der neue Bürgermeisterkandidat der Jüchener CDU in seiner eigenen Partei und im Amt behaupten. Der Hochneukircher versteht sich als Teamspieler.
Bürgermeisterin Margarete Kranz will nicht mehr antreten. Sie ist vom Bundestagsabgeordneten ihrer eigenen Partei, Willy Wimmer, massiv angegriffen und als unfähig hingestellt worden. Der erste CDU-Kandidat Michael Jansen warf vorzeitig das Handtuch. Wie wollen Sie sich in der Jüchener CDU behaupten?
Zillikens Ich bin hartnäckig und bleibe am Ball. Bei meinem Beruf in der Kreisverwaltung muss ich viele Projekte vorwärts bringen. Wenn ich dafür 100 000 Euro fordere, bekomme ich die nur durch Überzeugungsarbeit. Und damit will ich es auch in Jüchen schaffen.
In den letzten Wochen fiel die CDU durch interne Streitereien auf.
Die Kommunalwahl
Termin Am Sonntag, 30. August, fällt die Entscheidung, wer Bürgermeister wird. Dann ist Kommunalwahl.
Konkurrenz Neben CDU-Bürgermeisterkandidat Harald Zillikens treten an: Für die SPD Hans-Josef Schneider, für Bündnis 90/ Die Grünen Alexander Wache, für die FWG Stefan Thomaßen. Die FDP stellt keinen eigenen Kandidaten zur Wahl.
Zillikens Wir müssen die Kommunikation verbessern. Interne Konflikte dürfen nicht über die Presse laufen. Alle Beteiligten sollten an einem Tisch diskutieren – das zu erreichen ist eine meiner Aufgaben.
Welche politischen Ziele haben Sie sich für Jüchen gesteckt?
Zillikens Wir müssen die Einnahmen der Gemeinde verbessern. Weil es keine Steuererhöhungen für die Bürger geben soll, schaffen wir das nur durch die Ansiedlung neuer Unternehmen. Denn die bringen Gewerbesteuer ein.
Sie machen aber angeblich auch Ärger in puncto Verkehrsbelastung.
Zillikens Das sehe ich nicht so. Alle Gewerbegebiete liegen in der Nähe der Autobahn. Den Großteil des Gewerbeverkehrs kriegen die Anwohner gar nicht mit.
Wo sehen Sie Einsparpotential?
Zillikens Ich sehe wenig Möglichkeiten. Denn alle Kürzungen würden zu Lasten der Infrastruktur gehen.
Aber die Gemeinde ist verschuldet.
Zillikens Trotzdem müssen wir die Substanz pflegen und in die Gemeinde investieren.
Eine weitere Herausforderung dürften die Verhandlungen mit der Bezirksregierung sein, denn da scheitern vieleJüchener Vorhaben – zum Beispiel der Supermarkt in Bedburdyck.
Zillikens Wir müssen den entsprechenden Gremien stärker verdeutlichen, dass wir in Jüchen wegen des Tagebaus eine Sondersituation haben. Da sollten wir alle Kanäle nutzen, von den Landesministerien bis zum Bundestagsabgeordeten, um darauf aufmerksam zu machen.
Warum sollten die Jüchener gerade Sie wählen?
Zillikens Ich bin als Verwaltungsexperte fit für das Amt des Bürgermeisters. Außerdem bin ich fest in der Gemeinde Jüchen verwurzelt, kenne also die Probleme vor Ort. Und als Vereinsmensch bin ich Teamplayer, der gerne mit Menschen zusammenarbeitet.
Seit wann sind Sie in der Jüchener Kommunalpolitik aktiv?
Zillikens Seit mehr als zehn Jahren sitze ich im Vorstand des Ortsverbands Hochneukirch. Ich habe mich bisher nicht in die erste Reihe gedrängt. Da ich in der Kreisverwaltung tätig bin, die ja die kommunale Aufsichtsbehörde der Gemeinde Jüchen ist, war eine Ratsmitgliedschaft bisher nicht möglich.
Jetzt aber wollen Sie in der ersten Reihe mitspielen?
Zillikens Als bekannt wurde, dass Bürgermeisterkandidat Michael Jansen zurücktritt, habe ich sofort darüber nachgedacht, ob ich mir das Amt zutraue. Als dann der Ortsverband Hochneukirch auf mich zukam, habe ich mich für eine Bewerbung entschieden.
Und wie ging es dann weiter?
Zillikens Drei Tage später saß ich im Bewerbungsgespräch beim CDU-Vorstand. Danach gab es noch eine zweite Unterredung, bis ich als Kandidat feststand.
Warum hat der Vorstand die anderen Kandidaten abgelehnt?
Zillikens Dazu kann ich mich nicht äußern.
Hanna Koch führte das Gespräch.
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