Krefeld Pinguine: Charakter statt Kreativität
VON H.-G. SCHOOFS - zuletzt aktualisiert: 26.08.2008Analyse Nach dem Testspiel in Linz beginnt für die Krefeld Pinguine heute die letzte Phase der Vorbereitung auf die neue DEL-Saison. Trainer Igor Pavlov rückt das Thema Verstärkung in den Hintergrund.
Eishockey Obwohl die Pinguine am Sonntag in Linz nach dem dritten Testspiel innerhalb von drei Tagen ein wenig auf dem Zahnfleisch gingen und noch eine zwölfstündige Reise in die Heimat vor sich hatten, stiegen sie gut gelaunt in den Mannschaftsbus. Schließlich war die Knochenarbeit der Vorbereitung endlich geschafft. Und die war wahrlich nicht von Pappe. „Heute wurde der Höhepunkt der Belastung erreicht“, sagte Igor Pavlov nach dem 1:1 gegen die Linzer.
Da die Mannschaft erst gestern früh am König-Palast eintraf, gab der Trainer seinen Schützlingen bis heute Nachmittag frei. „Wir werden ab jetzt so trainieren wie während der Meisterschaft“, sagte Pavlov. Zunächst gilt die Konzentration aber den beiden Pokalspielen am kommenden Wochenende. Zum Glück wissen die Schwarz-Gelben nach den beiden Unentschieden in den Testspielen gegen Freiburg (3:3) und Landshut (2:2), dass sie die Zweitligisten im Pokal nicht unterschätzen dürfen.
85 bis 90 Prozent der Fitness
Pavlov erklärte in Linz, dass sein Team 85 bis 90 Prozent der für die Meisterschaft notwendigen Fitness erreicht habe. Der Rest beziehe sich auf die erforderliche Spritzigkeit. Insgesamt zeigt er sich mit den bisherigen Leistungen zufrieden: „Das Positive überwiegt. Wir sind aber noch lange nicht dort, wo wir hin wollen.“ Dazu zählt der Coach zum Beispiel die Disziplin: „In Linz waren unsere Verteidiger zu häufig auf der Strafbank. Das können wir uns mit sechs Verteidigern nicht erlauben.“
Während der Vorbereitung erhielt eine Frage von Spiel zu Spiel immer mehr Nahrung. Soll die zehnte Ausländerlizenz wie geplant für einen torgefährlichen Center oder doch lieber für einen gestandenen Verteidiger vergeben werden? Pavlov rückt das Thema Verstärkung in den Hintergrund: „Ich kann mit dem leben, was ich habe. Alles andere wird sich zeigen.“ Gezeigt hat sich, dass Shay Stephenson im Angriff effektiver sein wird als hinten. Und Richard Pavlikovsky glaubt, dass sechs Verteidiger reichen: „Dusan und ich können 30 Minuten auf dem Eis sein. Letzte Saison haben wir sehr lange nur mit vier Verteidigern gespielt.“ Viel wichtiger sei, dass jetzt ein guter Mann im Tor stehe: „Mit Scott hätten wir letzte Saison die Play-offs locker erreicht.“ Langkow ist zweifelsohne ein Gewinn für die Pinguine. Und Danijel Kovacic hat Sonntag in Linz und letzten Freitag in Landshut, wo er bei den Cannibals im Tor aushalf, bewiesen, dass auf ihn Verlass ist.
Das gilt auch für die richtige Einstellung der Mannschaft. Die neuen Pinguine kämpfen und arbeiten Eishockey. Der gewonnene Charakter löst allerdings eine große Portion Kreativität ab. Das Zauber-Eishockey der letzten Saison von Alinc & Co. ist Geschichte. Ob der neue Stil, an den sich die Fans noch gewöhnen müssen, erfolgreicher ist, werden die ersten Punktspiele zeigen. Fest steht, dass für die Youngster Phillip Riefers und Michael Endraß die DEL noch eine Nummer zu groß sein dürfte. Da beantwortet sich die Frage nach einer Verstärkung fast schon von selbst.
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