Krefeld Pinguine: Ein Pinguin für Deutschland
VON H.-G. SCHOOFS - zuletzt aktualisiert: 04.11.2009Krefelds Jung-Nationalspieler Patrick Hager wurde von Bundestrainer Uwe Krupp für die Länderspiele gegen die USA, Slowakei und Schweiz nominiert. Der Stürmer will sich für Olympia und die WM empfehlen.
Ein olympisches Turnier im Mutterland des Eishockeys ist für jeden Spieler der Höhepunkt seiner Karriere. Daher fiebern die Nationalspieler schon jetzt den Winterspielen im kommenden Februar im kanadischen Vancouver entgegen. Für Patrick Hager ist Olympia noch ein Traum. Der Stürmer der Pinguine wurde am Montag von Bundestrainer Uwe Krupp für den Deutschland-Cup nominiert, bei dem die DEB-Auswahl in München auf die USA (Freitag), die Slowakei (Samstag) und die Schweiz (Sonntag) trifft.
Der letzte Härtetest
Nach der Niederlage am Sonntag in Straubing fuhr Hager in seine Heimatstadt Rosenheim. Gestern ging es dann weiter nach München, wo am Abend das erste Training stattfand. Er gehört zu insgesamt 14 Stürmern, die Krupp beim letzten Härtetest für Olympia testen will. Der 21-jährige Jungnationalspieler gehört seit dem Deutschland-Cup 2008 zum festen Stamm der Nationalmannschaft und nahm auch an der letzten WM teil. Trotzdem war er nicht hundertprozentig davon überzeugt, erneut nominiert zu werden: "Bei Uwe Krupp weiß man nie, wen er mitnimmt. Man darf sich nie sicher fühlen", sagte Hager gestern im Gespräch mit unserer Zeitung.
Obwohl es bei den Pinguinen in der DEL nicht so gut läuft, konnte Hager den Bundestrainer überzeugen. Schließlich hat er nach erst 16 Spielen schon fast halb so viele Treffer (7) erzielt wie in der ganzen letzten Saison (15). "Am Anfang und zuletzt lief es ganz gut bei mir. Aber dazwischen war die Durststrecke zu lange", erklärt der Rosenheimer. Das begründet er mit der allgemeinen Ladehemmung der Schwarz-Gelben: "Letzte Saison gingen die Dinger immer irgendwie rein. Jetzt fehlen uns die dreckigen Treffer. Wir müssen uns jedes Tor brutal hart erarbeiten. Ich nehme mich da nicht aus. Gegen Hamburg stand ich dreimal frei im Slot und habe nicht getroffen."
Jetzt ist Hager froh, dass er erstmal Abstand von den jüngsten Ereignissen in Krefeld gewinnen kann: "Es ist gut, wenn mal was anderes in den Kopf kommt. Die Unruhe im Umfeld registriert man automatisch. Man darf sich davon eigentlich nicht beeindrucken lassen, aber das ist sehr schwer." Jetzt hat Hager erstmal nur den Deutschland-Cup im Kopf. Wie bei der WM wird er wahrscheinlich mit Travis James Mulock (Berlin) und Kai Hospelt (Wolfsburg) im vierten Sturm auflaufen. Die Chance, bei Olympia dabei sein zu können, bezeichnet er als "sehr gering": "Für so ein großes Turnier stehen natürlich auch die Nationalspieler aus Übersee zu Verfügung. Aber ich werde in den Länderspielen und in der DEL alles geben, um meine kleine Chance zu nutzen. Schließlich ist nächstes Jahr auch die WM in Deutschland."
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