Krefeld Pinguine: Hexer verspricht heißen Tanz
VON H.-G. SCHOOFS - zuletzt aktualisiert: 24.01.2008Durch die beiden jüngsten Niederlagen in Bayern sind die Pinguine im Kampf um die Play-off-Teilnahme wieder mehr unter Druck geraten. Trainer Jiri Ehrenberger will die letzte Ausländerlizenz so schnell wie möglich für einen neuen Torwart vergeben. Reto Pavoni wird heute 40 Jahre alt.
Eigentlich wollte Jiri Ehrenberger seine Schützlingen gestern Nachmittag aufs Eis schicken. Doch nach der Rückkehr vom Spiel in Augsburg früh um 5 Uhr schenkte der Trainer seinen Spielern einen freien Tag. „Wir müssen sehen, dass wir bis zur Länderspielpause bei Kräften bleiben. Die Jungs sollen sich richtig ausruhen“, sagte der Coach.
Russe sagte ab
Ehrenberger selbst gönnte sich nur einen Kurzschlaf. Am Mittag saß er schon wieder in seinem kleinen Büro und studierte die Entwicklung auf dem Transfermarkt. Am letzten Freitag hatte der Trainer mit der Zusage eines russischen Torhüters gerechnet: „Leider hat sein Verein zuletzt ein paar Spiele in Folge gewonnen und kann wieder in die Play-offs kommen. Daher muss er in Russland bleiben.“ Es soll sich um die Nummer zwei des Erstligisten Torpedo Novgorod handeln. Am Abend erwartete Ehrenberger noch einen Anruf aus Nordamerika, wo Spielerberater Klaus Hille den Markt sondiert. Auch in Europa hat der Krefelder Coach einen Torwart im Auge, der bei seinem Verein unzufrieden ist, weil er als langjährige Nummer eins einen Mann vor die Nase gesetzt bekam.
Das aktuelle Torwartproblem im eigenen Team belastet den Coach nicht. „Reto weiß selbst, dass er in Augsburg nicht seinen besten Tag hatte. Eine Magen-Darm-Krankheit und eine Bronchitis haben ihn schon ziemlich geschwächt. Er war letzte Woche bei einem Training nach einer halben Stunde schon fix und fertig.“ Ehrenberger baut für die kommenden Spiele auf die Erfahrung des Schweizers, der heute 40 Jahre alt wird: „Reto hat sich in dieser Saison nach einem schwachen Spiel sofort gefangen und super gehalten.“
Ob der Goalie-Oldi aus dem Land der Eidgenossen in Krefeld noch ein Jahr dranhängen will, steht nicht fest. „Letzter Stand der Dinge war, dass er in seine Heimat zurückkehren möchte und dort in einem Team neben ihm zwei junge Torhüter aufgebaut werden sollen“, sagte Ehrenberger. Pavonis Berater will in den nächsten Tagen nach Krefeld kommen.
Die Berater von Alexander Selivanov halten sich derzeit häufiger an der Westparkstraße auf. Der vom Dienst suspendierte Torjäger lehnte bisher einen kurzfristigen Wechsel ins Ausland ab, doch ganz ausgeschlossen ist ein Abschied bis Ende Januar immer noch nicht. In der Schweiz besteht nach wie vor Interesse an der launischen Diva. Und was die kommende Saison angeht, planen die Pinguine schon jetzt nicht mehr mit Selivanov. Ehrenberger bestätigte gestern nochmal seine am Dienstag in Augsburg gemachte Aussage, dass es in Krefeld kein DEL-Eishockey mehr mit dem Russen geben werde. Derzeit würde in der Geschäftsstelle fleißig an einem Auflösungsvertrag gearbeitet.
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