Lokalsport: "Ich will Stammspieler werden"
zuletzt aktualisiert: 12.07.2012Lokalsport (RP). Pascal Zerressen zählt zu den hoffnungsvollen Nachwuchsspielern im Kader der Krefeld Pinguine. Der 19-Jährige hofft, in diesem Jahr den Durchbruch zu schaffen. Die Verantwortlichen haben dem Verteidiger Hoffnung gemacht, dass er dies auch erreichen wird.
Wie haben Sie die vergangenen drei Monate verbracht?
Pascal Zerressen Nach dem wir in der DEL die Play-offs verpasst haben, habe ich noch einige Spiele in der Oberliga für den KEV 81 absolviert. Danach folgte eine kurze Pause vom Eishockey, und bereits Ende April haben wir mit dem Sommertraining zur Vorbereitung auf die neue Saison begonnen.
Sie nehmen bereits dritten Mal an der Sommervorbereitung bei den Pinguinen unter der Leitung von Co-Trainer Reemt Pyka teil. Dann kennen Sie ja schon die Abläufe.
Zerressen Einige Dinge wiederholen sich, aber Remy (Pyka, die Red.) macht das sehr abwechslungsreich. Er baut immer wieder neue Übungen mit ein, deswegen wird es nie langweilig, und es macht trotz der ganzen Schinderei auch Spaß.
Shvidki geht
Die Hannover Scorpions aus der Deutschen Eishockey Liga (DEL) haben den ehemaligen NHL-Profi Denis Shvidki von den Krefeld Pinguinen verpflichtet. Der 31-jährige Ukrainer, der in 89 Spielen für Krefeld sieben Tore erzielte, unterschrieb bei den Niedersachsen einen Einjahresvertrag. Shvidki war seit 2010 bei den Pinguinen, hatte aber zuletzt dort keinen neuen Vertrag mehr erhalten.
In diesem Jahr fahren Sie ja auch meistens einmal pro Woche nach Neukirchen-Vluyn und trainieren dort unter Leichtathletik-Trainer Thorsten Voss auf einer Treppe an einer ehemaligen Kohlenhalde. Man sagt, wenn es für diese Disziplin Medaillen geben würde, wären Sie mit auf dem Treppchen. Haben Sie früher auch Leichtathletik gemacht?
Zerressen Ja, ich habe früher im Schulsport Leichtathletik gemacht und in den vergangenen Jahren im Bereich Kraft und Ausdauer sehr viel gearbeitet, und deshalb fällt es mir etwas leichter, diese Übungen zu absolvieren.
Was bringt diese Vorbereitung auf die neue Saison für Sie und Ihr Team?
Zerressen Durch das anspruchsvolle Sommertraining werden wir sicher in dieser Saison so fit wie noch nie aufs Eis gehen und von den Sprint- und Sprungübungen bei Schnelligkeit und Ausdauer profitieren.
Im ersten Jahr in Krefeld reichte es für Sie zu zwei Kurzeinsätzen gegen Straubing und Nürnberg, ansonsten mussten Sie als siebter oder achter Verteidiger auf der Bank bleiben. Spielpraxis erhielten Sie nur in der DNL-Mannschaft und in der Oberliga beim damaligen Partner Bad Nauheim. War diese Spielzeit für Sie eine Enttäuschung?
Zerressen Nein, das war halt das erste Jahr bei den Senioren. Ich konnte mal rein schnuppern, und ich wusste ja, dass der Sprung aus dem Nachwuchs in die DEL sehr groß ist. Es lief ja auch gut in der Mannschaft, und ich gehörte zum Team, das es bis ins Play-off-Halbfinale geschaft hat, obwohl ich nicht eingesetzt wurde. Trotzdem konnte ich von den erfahrenen Spielern Einiges abschauen.
In der vergangenen Spielzeit hatten Sie sich aber mehr Einsätze im DEL-Team erwartet. Wie lief diese Spielzeit?
Zerressen Die vergangene Saison war für alle völlig unbefriedigend. Wir hatten bereits in der Vorbereitung großes Verletzungspech, und das hat sich wie ein roter Faden durch die Saison gezogen. Durch den schlechten Start haben wir direkt den Anschluss zu den Play-off-Plätzen verloren und sind der Musik hinterhergelaufen. Dadurch war natürlich auch etwas Unruhe in der Mannschaft und im Umfeld, was natürlich nicht förderlich war. Ich hatte mir natürlich auch mehr Eiszeit erhofft. Insgesamt kam ich nur in 15 Begegnungen zum Einsatz, und in vielen dieser Spiele bekam ich nur einige Wechsel. Am besten lief es für mich im Januar, als ich nach der Rückkehr von der U 20-WM, wo wir mit der Nationalmannschaft den Aufstieg in die A-Gruppe schafften, in mehreren Spielen als sechster Verteidiger durchspielen durfte.
Nach einigen Spielen, wo es nicht zu einem Einsatz reichte, sah man Sie recht frustriert im Kabinengang. Bis vor einigen Wochen hielt sich das Gerücht, dass Sie trotz eines Vertrages bis 2013 Krefeld verlassen wollten.
Zerressen Ich habe in der Vergangenheit doch so manches Mal überlegt, ob Krefeld der richtige Verein für mich ist. Nach Gesprächen mit den Verantwortlichen (Berater Rüdiger Noack, Trainer Rick Adduono und Co-Trainer Reemt Pyka, der Red.), glaube ich schon, dass ich in diesem Jahr gute Chancen habe, den Sprung zum DEL-Stammspieler zu schaffen. Alle drei haben mir gesagt, dass ich auch in der Vergangenheit gute Ansätze gezeigt hätte und ich es schaffen kann, wenn ich weiter hart an mir arbeite. Man hat mir ganz klar gesagt, dass es das Ziel der Pinguine in dieser Saison ist, die jungen Spieler mit einzubauen.
Im Augenblick haben die Pinguine sechs Verteidiger unter Vertrag. Wenn die Pinguine noch einen erfahrenen Abwehrspieler verpflichten sollten, wie sehen Sie dann Ihre Chance auf eine Stammplatz in der Abwehr?
Zerressen Dann werde ich mit dem Neuzugang aus Landshut, Steve Hanusch, um einen Stammplatz kämpfen. Das ist mein Ziel: Ich will Stammspieler werden.
Kennen Sie Steve, der ja in der vergangenen Saison in der Zweiten Liga Stammspieler war und vor einiger Zeit noch in Krefeld in der DNL spielte?
Zerressen Nein, ich kenne Steve als Spieler auf dem Eis noch nicht. Aber ich schaue auch in erster Linie auf mich und konzentriere mich, damit ich meine beste Leistung aufs Eis bringen kann.
Hatten Sie im Sommer auch Kontakt zu Ihrem Trainer Rick Adduono?
Zerressen Er hat sich bei mir einige Male per E-Mail nach der Sommervorbereitung erkundigt. Das macht mir ziemlich Mut, dass ich es ins Stammteam schaffen kann.
Zwischenzeitlich hatten Sie auch die Hoffnung, für die NHL gedraftet zu werden.
Zerressen Dieser Wunsch hat sich leider noch nicht erfüllt. Da war ich schon enttäuscht.
Die Verantwortlichen streben mit der veränderten Mannschaft zumindest die Pre-Play-offs an. Wie schätzen Sie das Team ein, und welche Mannschaften werden Ihre härtesten Konkurrenten?
Zerressen Wir gehen in diesem Jahr mit einer sehr jungen Mannschaft in die Saison, haben aber auch noch viele Routinies im Team. Ich glaube, dass wir über die Pre-Play-offs auch in die Play-offs springen können. Auch andere Teams hatten einen personellen Aderlass. Düsseldorf, München und Iserlohn dürften unsere Hauptkonkurrenten beim Kampf um die Plätze acht bis zehn werden.
Was muss passieren damit die Pinguine das Saisonziel erreichen?
Zerressen Das Verletzungspech dürfen wir nicht mehr in die Kabine lassen. Wir müssen als Team zusammenhalten, uns gegenseitig unterstützen und zusehen, dass sich unsere Reihen sehr schnell einspielen.
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