Krefeld Pinguine - mit Video: "Nur noch Spiele des Jahres"
VON H.-G. SCHOOFS - zuletzt aktualisiert: 03.02.2012Krefeld Pinguine (RP). Rick Adduono, der Trainer der Krefeld Pinguine, will seine Motivationskünste zu einhundert Prozent ausschöpfen, damit seine Mannschaft Freitagabend das Derby beim Erzrivalen Düsseldorfer EG gewinnt.
Selten war in der Deutschen Eishockey-Liga ein Duell zwischen dem Tabellensiebten und dem Zwölften von einer so großen Bedeutung wie das heutige Match zwischen Düsseldorf und Krefeld (19.30 Uhr/ISS-Dome). Während sich die Metro Stars unbedingt noch direkt für die Play-offs qualifizieren wollen und daher nicht verlieren dürfen, benötigen die Pinguine genau so dringend einen Erfolg, damit die Pre-Play-offs weiter in realistischer Reichweite bleiben. "Wir haben jetzt nur noch Spiele das Jahres", sagte gestern Trainer Rick Adduono. Beim Erzrivalen von der anderen Rheinseite wurde dieses Duell zum "Spiel der Spiele" erklärt. Mit zahlreichen Aktionen auf dem Eis und am Rande soll das alte "Wir-Gefühl" aus der glorreichen Zeit an der Brehmstraße geweckt werden.
Das 80. DEL-Duell
und Düsseldorf treffen heute in der DEL zum 80. Mal aufeinander. Von den bisher 79 Duellen gewannen die Schwarz-Gelben 38, davon 12 nach Verlängerung oder Penaltyschießen. In dieser Saison gewann die DEG beide Spiele (2:1, 4:1) im König-Palast. Das erste Match im ISS-Dome gewann der KEV 4:3 n.P.
"Jetzt erst recht"
Die Pinguine wurden sogar gebeten, in ihrem schwarzen Frack aufzulaufen, auf dem jedoch die Werbung des Auswärtssponsors "Lekker" fehlt. Schwarze Trikots würden zu einem schwarzen Freitag für die DEG prima passen. Allerdings dürfte den Krefeldern die Rolle des Spielverderbers sehr schwer fallen. Seitdem die Fronten in Düsseldorf für die neue Saison geklärt sind, herrscht dort so eine Art "jetzt erst recht Stimmung", die sich in den beiden jüngsten Siegen gegen Hamburg und in Köln deutlich widerspiegelte. "Jetzt erst recht" gilt auch für die Krefelder, die von vielen Fans bereits abgeschrieben waren, aber mit den Erfolgen über Nürnberg und Iserlohn ein deutliches Lebenszeichen setzten. "Meine Spieler sind bereit, aber nicht übermotiviert", sagte gestern Trainer Adduono. Er selbst will seine unumstrittenen Motivationskünste voll ausschöpfen, damit sein Team mit der richtigen Einstellung in dieses "Endspiel" geht. Dass seine Mannschaft am Dienstag gegen die Roosters nach dem 3:3-Ausgleich der Gäste nochmal zurück schlug, war für den Coach ein wichtiges Signal: "Das zeigt, dass meine Spieler wieder neues Selbstvertrauen gewonnen haben."
Die Aussage von DEG-Coach Jeff Tomlinson, man werde Druck auf die alten Krefelder Verteidiger ausüben, rief bei Adduono gestern ein breites Lächeln hervor: "Er denkt wie ich. Wir wollen Druck auf Hedlund, Roach und Holland ausüben." Und das wie zuletzt wieder mit vier Sturmreihen. Da es keine neuen Ausfälle zu beklagen gibt, muss Lawrence Nycholat weiter zusehen. "Wir haben zweimal in Folge gewonnen und wollen den selben Weg gehen", sagte der Trainer.
Mit dem EHC München, der Sonntag im König-Palast gastiert (16.30 Uhr) will sich Adduono morgen intensiv beschäftigen: "Ich weiß aber schon, dass wir den Torwart unter Beschuss nehmen und den gefährlichen Stürmer Eric Schneider ausschalten müssen."
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