Krefeld Pinguine: Pinguine derzeit ein Würfelspiel
VON H.-G. SCHOOFS UND JOSEF HERMANNS - zuletzt aktualisiert: 03.11.2009Analyse Bei den personellen Umstellungen von Trainer Martin Jiranek sprangen in den letzten beiden Spielen nur zwei magere Punkte heraus. Derzeit ist nicht zu erkennen, wie die Schwarz-Gelben aus dem Tabellenkeller der Deutschen Eishockey-Liga herauskommen wollen.
Eishockey Irgendwie musste man am Sonntagabend in Straubing den Eindruck gewinnen, dass für die Pinguine gerade eine enttäuschende Saison zu Ende gegangen war. In Windeseile verschwanden Verantwortliche und Spieler schweigend in alle Himmelsrichtungen. Die Stimmung war nach der 1:2-Niederlage gegen die Tigers überaus bedrückend. Vielleicht kommt die Länderspielpause ja genau zum richtigen Zeitpunkt. Das nächste Punktspiel steigt am 13. November gegen Ingolstadt im König-Palast. Ob dann Martin Jiranek und Jiri Ehrenberger noch an der Bande stehen, war jedenfalls gestern fraglich.
Heimaturlaub
Der Sportliche Leiter verließ Sonntag als erster das Eisstadion am Pulverturm und machte sich auf den Weg in den Heimaturlaub nach Deggendorf. Trainer Jiranek wurde in Straubing von seiner Familie abgeholt und fuhr nach Nürnberg. Alle jungen Spieler, die aus Bayern stammen, blieben in der Heimat. Als sich der Mannschaftsbus auf den Weg nach Krefeld machte, blieben viele Plätze leer.
Geht es nach vielen KEV-Fans, brauchen Ehrenberger und Jiranek erst gar nicht mehr in die Seidenstadt zurückkehren. Die Prognosen des Duos vom Donnerstag, die Mannschaft werde noch rechtzeitig entscheidend in die Erfolgsspur kommen, trafen erneut nicht ein. Am kommenden Freitag um 17 Uhr werden die Pinguine wieder trainieren. Dass die Spieler wie kürzlich nach dem 1:6 in Augsburg erneut lange frei bekommen, können viele Krefelder Eishockeyfans nicht nachvollziehen. Die Pause könnte doch genutzt werden, die offensichtlichen Probleme auf dem Eis zu beheben. Psychologisch ist Straftraining statt Urlaub sicher keine gute Idee. Dann würde der sowieso schon vorhandene Frust bei den Spielern noch zunehmen. Da sollte die Pause schon mehr von der KEV Pinguine GmbH genutzt werden, um den hausgemachten Ärzte-Skandal zu beenden und angesichts der bisherigen sportlichen Talfahrt über personelle Konsequenzen nachzudenken. Vielleicht würde ja auch schon eine Elefantenrunde mit Aufsichtsrat, Geschäftsführung, sportlicher Leitung und Spielerrat die atmosphärischen Störungen beheben. Auf jeden Fall muss bis zum nächsten Match Ruhe einkehren. Die KEV-Fans haben bereits für Donnerstag die nächste Protest-Aktion angekündigt.
Zu viele Umstellungen
Während Einsatzwille und Kampf in Straubing stimmten, hakte es vor allem wieder im spielerischen Bereich. Die Laufwege stimmten häufig nicht, zu viele Pässe kamen nicht an. Vielleicht verfügt der Trainer nicht über die geeigneten Spieler, die sein System umsetzen können. Jiraneks Versuche, mit Umstellungen innerhalb der vier Sturmreihen die Trefferquote zu erhöhen, schlugen insgesamt fehl. Lediglich die neu formierte zweite Reihe um Center Daniel Pietta konnte überzeugen. Einige Spieler müssen sich auch während des Spiels immer auf wechselnde Partner einstellen, weil Jiranek in Überzahl die altbewährten Reihen aufs Eis schickt. In Straubing griff der Coach für das Schlussdrittel erneut zum Würfelbecher und begnügte sich mit drei Angriffsreihen. Derzeit ist nicht erkennbar, wie das Team zu einer klaren Linie finden soll. Ob sich nach der Pause daran etwas ändert?
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