Krefeld Pinguine: Pinguine: endlich schwarze Zahlen
VON H.-G. SCHOOFS - zuletzt aktualisiert: 11.02.2009 - 10:00Erstmals seit 2003 werden die Schwarz-Gelben das laufende Geschäftsjahr mit einer schwarzen Null beenden. Die zu erwartenden Einnahmen aus den Play-offs werden zur Kostendeckung und für die Prämien der Spieler benötigt. Die wirtschaftliche Basis hängt von Großsponsoren ab.
Eishockey Mit Finanzkrisen kennt sich Wolfgang Schäfers bestens aus. Der Geschäftsführer der KEV-Pinguine GmbH schreibt seit dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft jedes Jahr eine rote Zahl unter die Bilanz. Derzeit ist die Finanzkrise weltweit in aller Munde und eignet sich 2009 als Wort des Jahres. Betroffen ist Krefelds sportlicher Werbeträger Nummer eins aber (noch) nicht. "Wir werden dieses Jahr mit dem Bauch vor den Tisch kommen und eine schwarze Null schreiben", sagte Schäfer gestern im Gespräch mit unserer Zeitung.
Seit 1992 dabei
Seit 1992, damals noch unter KEV-Boss Hans-Ulrich Urban, kümmert sich Schäfer um das nicht gerade unkomplizierte Zahlenwerk der Schwarz-Gelben. Nach dem Konkurs des KEV (1995) vertraute ihm der Retter Wilfrid Fabel die Finanzen der Pinguine an. Mit Zahlen kennt sich der 59-jährige Bankkaufmann glänzend aus und kann sich mit auf seine Fahne schreiben, dass die KEV-Pinguine GmbH in der Deutschen Eishockey-Liga einen guten und seriösen Ruf genießt.
Verträge verlängert
Nachdem die Planung für den Mannschaftskader der nächsten Spielzeit mit der Weiterverpflichtung vieler Spieler nahezu abgeschlossen ist, wollen die Pinguine auch mit der sportlichen Führung weiterarbeiten. So wurden die Verträge mit Manager Jiri Ehrenberger und Co-Trainer Reemt Pyka gestern schon unterzeichnet. Mit Cheftrainer Igor Pavlov steht noch ein abschließendes Gespräch aus. Hier ist bereits vor dem Freitagspiel gegen den ERC Ingolstadt Vollzug zu erwarten.
Der Geschäftsführer weiß selbst am besten, dass er sich nach dieser Saison wieder mit der Finanzkrise beschäftigen muss. Diesmal aber weniger intern. Er kann noch nicht sagen, wie sich die drohende Rezession auf das Krefelder Eishockey auswirken wird. Der Etat für die kommende Saison soll wieder bei vier Millionen Euro liegen. "Die Verträge mit unseren Großsponsoren laufen aus. Wenn wir zum Beispiel nicht mit unserem Trikotsponsor RWE verlängern können, könnte es problematisch werden", sagt der Geschäftsführer. Er sei allerdings zuversichtlich, dass die Pinguine nicht in die wirtschaftliche Zwickmühle geraten werden: "Wir sind mit einem Werbevolumen von 2,7 Millionen Euro in der DEL sehr gut aufgestellt. Unsere Politik, auf viele kleinere Sponsoren-Verträge zu bauen, die aufgrund von persönlichen Kontakten zustande gekommen sind, zahlte sich bisher immer aus." Ginge es alleine nach den Einnahmen, dann wäre die GmbH glücklich, wenn die Mannschaft über die Pre-Play-offs das Viertelfinale erreichen würde. Schäfer betont, dass dann aber trotzdem nicht das große Geld verdient würde: "Wir brauchen drei Heimspiele, um unsere Kosten zu decken und die Spieler-Prämien zahlen zu können." Prämien, die einige Spieler im Vertrag fixiert haben, stehen nur für das Viertelfinale fest. Danach muss neu verhandelt werden." Der allgemeinen Meinung, bei ausverkauften Play-off-Spielen würde die Kasse der Pinguine kräftig klingen, widerspricht Schäfer: "Wir kassieren nur bis zu einer bestimmten Zuschauerzahl (5000, geschätzt). Alles was darüber hinaus geht, kassiert der König-Palast." Und darin sieht er das Hauptproblem für die GmbH: "Wir müssen die alten Sachen mit dem König-Palast abschließen und den Vertrag so modifizieren, dass wir mehr von den Gesamteinnahmen erhalten." Obwohl die Besucherzahlen diese Saison besser sind als erwartet, wünscht sich Schäfer für die letzten vier Heimspiele nochmal einen Schub: "Das wird wohl nur ein Wunsch bleiben. Die Resonanz ist bisher mager. Aber das liegt auch am Spielplan. Wir haben drei Heimspiel innerhalb von einer Woche, und in der ist Karneval."
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