Krefeld Pinguine: Pinguine gewinnen packendes Derby
VON H.-G. SCHOOFS BERICHTET AUS DÜSSELDORF - zuletzt aktualisiert: 04.02.2012Krefeld Pinguine (RP). Die Krefelder entführten gestern im Düsseldorfer ISS Dome im Duelle gegen den rheinischen Rivalen DEG mit einem 4:2-Erfolg im Kampf um einen Pre-Play-off-Platz drei ganz wertvolle Punkte. Vor 7182 Zuschauern trafen Methot, Pavlikovsky, Ticar und Pietta.
Mischen die Pinguine die Deutsche Eishockey-Liga auf der Zielgeraden der Hauptrunde noch so richtig auf? Nach dem gestrigen Sieg im Derby gegen den Erzrivalen DEG könnte das tatsächlich noch passieren. Die Krefelder bescherten ihren knapp 1000 mitgereisten Fans eine glänzende Auswärts-Vorstellung.
Zwei Drittel lang bestimmten sie klar das Geschehen, gingen allerdings zu sträflich mit ihren Torchancen um. Aber selbst als die Gastgeber im Schlussdrittel zum 2:2 ausgeglichen hatten, kämpften die Schwarz-Gelben weiter um die drei wichtigen Punkte und wurden dafür mit zwei Treffern belohnt. Nach nun drei Siegen in Folge kann das Team morgen im Heimspiel gegen München (16.30 Uhr) mit einem Heimerfolg das Tor zu den Pre-Play-offs noch weiter aufstoßen.
Weißes Ballett tanzte
Es knisterte nur so vor Spannung auf den Rängen, als die beiden rheinischen Rivalen zum Warm-up auf dem Eis erschienen. Die Düsseldorfer trugen ihre "Alles aus Liebe"-Trikots mit dem Logo der Rockband "Tote Hosen" auf der Brust. Das beflügelte die Hausherren nicht gerade. Es waren die Pinguine, die in ihrem weißen Auswärtsfrack wie ein weißes Ballett durch das gegnerische Drittel tanzten. Einziges Manko war die Torausbeute. So dauerte es bis zur neunten Minute, ehe Francois Methot im Nachschuss die Krefelder Führung erzielte. Bis zur Pause ergaben sich noch gute Möglichkeiten zu weiteren Treffern. .
Das zweite Drittel war praktisch eine Kopie des ersten. Die Pinguine waren erneut die bessere Mannschaft und schlossen drei Minuten nach Wiederbeginn ihr zweites Überzahlspiel erfolgreich ab. Daniel Pietta und Herberts Vasiljevs hatten Richard Pavlikovsky schön frei gespielt, der aus kurzer Distanz Goepfert keine Abwehrchance ließ. Anschließend ließen die Krefelder wieder zu viele gute Einschussmöglichkeiten aus. Die größten vergaben Duncan Milroy, Andreas Driendl und Patrick Hager.
Bei der DEG herrschte im Angriff weiter tote Hose. Erst in der 29. Minute wurde es erstmals gefährlich für Torwart Scott Langkow, aber Ulmer zielte gegen die Wade eines Krefelder Verteidigers. Hitzig wurde es, nachdem Ben Ondrus DEG-Kapitän Kreutzer mit einem sauberen Crosscheck die Luft nahm. Beide gerieten nochmal aneinander und wanderten auf die Strafbank.
Die alte Regel, dass sich das Auslassen von Torchancen rächt, bestätigte sich dann zunächst auch in diesem Spiel. Nachdem Dusan Milo gegen Beechy verloren hatte, legte der vor James auf. Den ersten Schuss des Torjägers konnte Langkow noch abwehren, gegen den zweiten war er machtlos. Und als dann Endraß auf die Strafbank musste, passte einer dieser fürchterlichen Schlagschüsse von Hedlund genau ins lange obere Eck. Trainer Adduono stellte sofort auf drei Reihen um und tauschte Ticar gegen Ondus aus. In der 53. Minute ließen Hager und Courchaine die Fäuste fliegen, wo der Krefelder als klarer Punktsieger hervorging.
Beide verschwanden in der Kabine, weil ihre jeweilige Strafe länger dauerte als das Spielende. Für Hager kehrte Ticar wieder aufs Eis zurück und feierte ein grandioses Comeback. Im Nachschuss erzielte er das 3:2. Und es kam noch besser. Als Trainer Tomlinson 77 Sekunden vor Schluss den Torwart vom Eis nahm, sorgte Pietta für die Entscheidung. Der wurde sofort von Beechy mit einem Stockstich niedergestreckt. Sieben Sekunden vor der Schluss-Sirene raste Kapitän Kreutzer aus, der von Langkow eine Gerade verpasst bekam. Kreutzer wollte noch auf Pascal Trepanier losgehen, was allerdings einer der beiden Schiedsrichter-Assistenten mit großem Einsatz verhindern konnte.
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