Krefeld Pinguine: Pinguine: Glück kehrte zurück
VON H.-G. SCHOOFS UND JOSEF HERMANNS - zuletzt aktualisiert: 02.02.2012Krefeld Pinguine (RP). Die Krefelder können nach ihrem knappen Heimsieg gegen die Iserlohn Roosters im Kampf um einen Pre-Play-off-Platz wieder neue Hoffnung schöpfen. Freitag steigt in Düsseldorf das nächste "Endspiel".
Die Zeit der Schönheitspreise ist für die Pinguine in dieser Saison schon lange vorbei. Sie stehen praktisch schon seit vielen Wochen mit dem Rücken zur Wand. Da zählen nur die Punkte, egal, wie diese zustande kommen. Dabei hatte es am Dienstagabend im König-Palast lange danach ausgesehen, dass es für die Schwarz-Gelben neben einem enorm wichtigen "Dreier" auch noch einen Schönheitspreis abzuholen gibt. Bis zur 30. Minute sah das Spiel der Krefelder wie gutes DEL-Eishockey aus. Doch die Leistung im letzten Drittel ließ wieder Zweifel aufkommen, dass die Mannschaft nochmal entscheidend in den Kampf um einen Pre-Play-off-Platz eingreifen kann.
Keine Erklärung
"So etwas darf uns einfach nicht passieren. Man darf den Gegner nach einer 3:0-Führung nicht mehr ins Spiel kommen lassen. Erklären kann ich mir das nicht", sagte Herberts Vasiljevs nach dem knappen Erfolg über Iserlohn. Der Kapitän sprach von "Glück", wie der Siegtreffer durch Daniel Pietta fiel und dass die Roosters mit sechs Feldspielern nicht noch den Ausgleich erzielten. Dabei spielte Vasiljevs noch eine maßgebliche Rolle, als er Sekunden vor Spielende dem Puck noch so gerade eben mit der Schlägerspitze eine andere Richtung geben konnte, ansonsten wäre York kurz vor dem Krefelder Tor frei zum Schuss gekommen.
Vasiljevs weiß ganz genau, dass sich die Pinguine morgen beim nächsten "Endspiel" in Düsseldorf so eine Schwächephase wie gegen die Roosters nicht erlauben dürfen: "Wir stehen vor einer sehr hohen Hürde", sagt der Kapitän. DEG-Coach Jeff Tomlinson ließ gestern schon mal durchblicken, wie er mit seinem Team den dritten Sieg in Folge einfahren will: "Wir müssen auf die Krefelder Verteidiger Druck ausüben, besonders auf Milo, Pavlikovsky und Trepanier." Dieses "Rentner-Trio" präsentierte sich Dienstag über weite Strecken deutlich stabiler als vor ein paar Spielen. Bester Verteidiger des Teams war bis zur 30. Minute Sinan Akdag. Der Youngster wollte dem anwesenden Bundestrainer beweisen, dass er schon bald zum Stammaufgebot der Nationalmannschaft gehören muss. Jakob Kölliker erkundigte sich hinterher auch bei seinem Trainerkollegen Rick Adduono über Akdag, der seinem Schützling Stabilität, Zuverlässigkeit und wenige Fehler bescheinigte.
Auch Daniel Pietta muss vor dem Spiel gewusst haben, dass Kölliker auf der Tribüne sitzt. Ähnelten seine Aktionen in den vergangenen Spielen häufig Verzweiflungstaten, so zeigte er Dienstag wieder sein wahres Gesicht. Und das nicht nur wegen seiner beiden "Zucker-Treffer". Zwölf Spiele zuvor hatte Krefelds Topscorer nicht ins Schwarze getroffen. Und da er gegen die DEG fast immer trifft, bauen die KEV-Fans morgen Abend auf Pietta. Apropos DEG. Der Rivale befindet sich überraschend auf Schmusekurs mit den Krefelder Fans, die morgen nach dem Spiel offiziell zur After-Game-Party im ISS-Dome eingeladen sind. Allerdings nur die "friedlichen KEV-Fans",wie es gestern in der Pressemitteilung der Düsseldorfer hieß.
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