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Krefeld Pinguine: Pinguine mit Handbremse

VON H.-G. SCHOOFS - zuletzt aktualisiert: 07.09.2010

Mit drei Punkten aus den ersten beiden Pflichtspielen sind die Krefelder erwartungsgemäß in die 17. Saison der Deutschen Eishockey-Liga gestartet. Vorfreude auf das erste Derby am Sonntag gegen Düsseldorf.

So wie hier für Dusan Milo, gab es am Sonntag im Heimspiel gegen Augsburg für die Pinguine sehr oft nur schwer ein Durchkommen. Die Panther ließen im eigenen Drittel kaum Kombinationen der Krefelder zu.  Foto: RPO
So wie hier für Dusan Milo, gab es am Sonntag im Heimspiel gegen Augsburg für die Pinguine sehr oft nur schwer ein Durchkommen. Die Panther ließen im eigenen Drittel kaum Kombinationen der Krefelder zu. Foto: RPO

Eishockey Krefeld wäre nicht Krefeld, wenn nicht gleich nach der Niederlage gegen Augsburg im ersten Heimspiel die Berufskritiker auf den Plan treten würden. Doch die können die Pinguine angesichts der schwierigen Finanzlage in dieser Saison überhaupt nicht gebrauchen. Unterm Strich lassen die beiden ersten Pflichtspiele der neuen DEL-Hauptrunde auf erfolgreichere Zeiten hoffen als in der letzten Spielzeit und die Vorfreude auf den ersten Leckerbissen am kommenden Sonntag im König-Palast gegen die miserabel gestartete Düsseldorfer EG steigen.

Folge der Sparzwänge

Irgendwie konnte man am Sonntag den Eindruck gewinnen, dass die Schwarz-Gelben bei ihrer Heimpremiere mit angezogener Handbremse spielten. Sie wirkten jedenfalls lange nicht so frisch wie 48 Stunden zuvor in Straubing. Das hat mit der nicht gerade professionellen Vorbereitung (Reisestrapazen) zu tun, die eine Folge der Sparzwänge ist. Besonders bei einem kleinen Kader bleiben diese Strapazen nicht in der Ausrüstung stecken. Zu der fehlenden Frische gegenüber dem ausgeruhten Gegner kam noch der Druck hinzu, die Premiere unbedingt nicht versauen zu wollen. Noch nie zu DEL-Zeiten wurde einer Mannschaft der Pinguine im Vorfeld einer Saison von den Verantwortlichen so deutlich aufgezeigt, dass bei ausbleibenden Erfolgen die Zukunft des Krefelder DEL-Eishockeys und damit die Arbeitsplätze der Spieler stark gefährdet sind.

Info

Kleine Pannen

Bei der Heimpremiere gegen Augsburg wurden zwei kleine Pannen entdeckt. Das Video-Gerät für die beiden Torkameras war defekt. Zum Glück benötigte Schiedsrichter Ulpi Sicorschi keinen Videobeweis.

Sehr schlecht zu lesen waren auf den gelben Trikots der Pinguine einige Spielernamen. Denn der Buchstabe N wurde spiegelverkehrt gedruckt.

An Einsatzwillen und Laufbereitschaft fehlte es der Mannschaft sicher nicht. Anders als in Straubing, wo die Pinguine defensiver agieren konnten, mussten sie gegen die Panther das Spiel machen. Und da der Gegner hinter der roten Line nicht viel Platz ließ, kam der in den Testspielen gut funktionierende Aufbau kaum zur Geltung. Trotzdem beweist die Schuss-Statistik der letzten 40 Minuten (25:9), dass Krefeld mit der Brechstange versuchte, die Augsburger Abwehr einschließlich des sehr starken Torwarts Dennis Endras zu knacken. Wenn dann auch noch in Überzahl wenig klappt und sich Torwart Scott Langkow zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt (drittes Gegentor) seinen einzigen schweren Patzer des Abends erlaubt, gehen solche Spiele am Ende verloren.

Verloren gegangen sind zwar die drei Punkte, aber nicht die gute Stimmung der letzten Wochen. Die Spieler waren Sonntag enttäuscht, aber nicht frustriert. Viele Fans waren der Meinung, dass dieses erste Punktspiel auf eigenem Eis einfach dumm gelaufen ist. Die Saison ist noch sehr lange. Es bleibt Zeit genug, das Überzahlspiel zu verbessern und die Kräfte auf mehreren Schultern zu verteilen. Freitag in München ist vielleicht schon wieder Roland Verwey auf dem Eis. Dann stehen Trainer Rick Adduono genug Spieler für vier Sturmreihen zur Verfügung. Die werden auch gebraucht. Denn mit den Reisestrapazen muss das Team auch vor dem Derby gegen die DEG leben.

Quelle: RP

 
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