Krefeld Pinguine: Pinguine mit Willen und Kraft
VON H.-G. SCHOOFS UND JOSEF HERMANNS - zuletzt aktualisiert: 07.02.2012Krefeld Pinguine (RP). Die Krefelder liegen nach ihren vier Siegen in Folge im Kampf um einen Pre-Play-off-Platz wieder gut im Rennen. Die Mannschaft bekommt drei Tage frei. Daniel Pietta will Länderspiel-Teilnahme nicht absagen.
Eishockey Es war ein schönes Bild, als nach dem Sieg der Pinguine über München im König-Palast auf dem Videowürfel die DEL-Tabelle aufleuchtete und die Schwarz-Gelben auf Platz zehn standen. Am späten Sonntagabend wurde dieses Bild dann ein wenig getrübt, weil die Augsburger durch ihren Last-Minute-Erfolg über Ingolstadt an Krefeld vorbeizogen. Dennoch gehen die Pinguine überaus zufrieden in die kurze Länderspielpause. Sie können in den restlichen neun Punktspielen aus eigener Kraft einen Pre-Play-off-Platz erreichen.
"Pause ist nicht schlecht"
Eigentlich passt die Pause nicht zum Lauf der Pinguine, die nach vier Siegen in Folge aus dem Rhythmus gebracht werden. Doch das Spiel gegen München zeigte auf, dass einige Helden von Düsseldorf müde waren. "Ich glaube, die Pause ist für uns nicht schlecht. Es wird von Sieg zu Sieg mental immer schwieriger. Da ist es wichtig, mal für ein paar Tage abschalten zu können", sagte Patrick Hager am Sonntag.
Die Konzentration sei schnell wieder vorhanden: "Wenn es wieder los geht, schaut man auf die Tabelle und sieht, wie eng das ist. Da ist man sofort wieder da." Hager wurde gegen die physisch starken Münchner vermisst. An seiner rechten Hand sind noch die Schürfwunden von seinem Faustkampf gegen den Düsseldorfer Adam Courchaine zu sehen. "Ich habe ihm gesagt, er soll zu Bank fahren. Doch er ließ einfach keine Ruhe. Da habe ich ihm gesagt, auf geht´s."
Neben Hager teilte am Wochenende auch Ben Ondrus ganz schön aus, der ja eigentlich Benjamin heißt. Das passt allerdings gar nicht zu ihm. Für sein körperbetontes Spiel wurde der Kanadier ja auch verpflichtet, ließ das aber bisher zu häufig vermissen. Für die KEV-Fans ist er seit seinem blitzsauberen Crosscheck gegen DEG-Kapitän Daniel Kreutzer der neue Liebling.
Nach drei freien Tagen beginnt für die Pinguine am Donnerstagnachmittag die Vorbereitung auf das Heimspiel heute in einer Woche gegen die Kölner Haie. Dann wird neben dem verletzten Kyle Sonnenburg nur Nationalspieler Daniel Pietta fehlen. Am Sonntag nach dem Spiel hatte es noch so ausgesehen, dass er seine Teilnahme am BelSwiss Cup in Weißrussland wegen eines grippalen Effekts absagen muss.
Doch gestern deutete Krefelds Topscorer an, dass er wohl doch dabei sein kann: "Ich fühle mich gut, werde aber nochmal mit unseren Trainern sprechen." Spätestens morgen um 19 Uhr muss er in Frankfurt zur DEB-Auswahl stoßen, die am Donnerstag von dort aus nach Minsk fliegt.
Pietta kann mit gestärktem Selbstvertrauen ins Trikot der Nationalmannschaft schlüpfen. An der Siegesserie der Pinguine beteiligte er sich mit drei Treffern. "Wir gehen mit einem guten Gefühl in die Pause. Von den vier Siegen haben wir drei Mal gegen direkte Mitkonkurrenten gewonnen. Nach dem schweren Spiel in Düsseldorf haben wir gegen München nochmal alles aus uns herausgeholt.
Das war zwar nicht unser bestes Spiel, aber eine geschlossene Mannschaftsleistung mit viel Willen und Kraft", sagte der 25-Jährige gestern. Diese Tugenden wurden bei den Pinguinen in dieser Saison häufig vermisst, besonders auf eigenem Eis. Denn auch gegen Köln (28. Oktober) und Iserlohn (26.12.) hatten die Pinguine mit 2:0 geführt, am Ende aber verloren.
Die jüngsten Erfolge waren am Sonntag auf den Rängen sichtbar. 1300 der 4405 Tickets wurden erst vor dem Spiel verkauft. Nach 21 Heimspielen liegt der Zuschauerschnitt mit 4431 nur knapp unter dem kalkulierten Wert (4500). Am kommenden Dienstag gegen Köln werden über 5000 Besucher erwartet. Danach kommen noch Straubing, Wolfsburg, Mannheim und Nürnberg in den KöPa.
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