Krefeld Pinguine: Pinguine planen die Zukunft
VON H.-G. SCHOOFS - zuletzt aktualisiert: 13.01.2010Nach ersten Hochrechnungen werden den Krefeldern am Ende der Saison bis zu 500 000 Euro in der Kasse fehlen. Anfang Februar findet die nächste Gesellschafter-Versammlung statt. Morgen ist Heimspiel gegen Ingolstadt.
Während die Mannschaft der Pinguine im letzten Drittel der laufenden Saison auf dem Eis um den Einzug in die Play-offs kämpft, basteln die Verantwortlichen der GmbH schon an der neuen Eiszeit.
Dabei spielt der vielleicht wichtigste Termin im Krefelder Eishockey seit dem drohenden Konkurs von 1995 eine entscheidende Rolle: Am 3. Februar findet die nächste Gesellschafter-Versammlung statt. Danach wird feststehen, ob Krefeld in der Deutschen Eishockey Liga eine Zukunft besitzt.
Satzungsänderung vorgesehen
Ein Tagesordnungspunkt dürfte am 3. Februar von besonderer Bedeutung sein. Bisher mussten alle Entscheidungen einstimmig beschlossen werden. Laut neuer Satzung soll künftig die einfache Mehrheit entscheiden. Das gilt dann auch für die Aufnahme von neuen Gesellschaftern.
Jiranek zu Fowler
Ihren Ex-Trainer Martin Jiranek können die Pinguine von der Gehaltsliste streichen. Gestern übernahm er den Co-Trainer-Posten in Mannheim, wo Teal Fowler Montag nach der Entlassung von Doug Mason zum Chef aufgerückt war.
Der Gegner Ingolstadt spielte Dienstag in Düsseldorf, übernachtete in der Landeshaupt, und wird morgen früh im König-Palast trainieren.
Beim letzten Heimspiel war auf der Haupttribüne zu hören, dass dieser Satzungsänderung wohl nichts mehr im Wege stehe. Gut möglich, dass dann schon bald Dr. Thomas Stoffmehl der GmbH beitreten wird, der nun schon seit zwei Jahren Gewehr bei Fuß steht. Der Geschäftsführer der Firma "bofrost" in Straelen macht erforderliche Strukturveränderungen innerhalb der GmbH von seinem Engagement abhängig.
Das neue Mehrheitsrecht wird für den langjährigen Begleiter der Pinguine sicher ein positives Signal sein. Auch der Kempener Entsorgungs-Unternehmer Bernd Schönmackers, der mit einer seiner Firmen Gesellschafter der Pinguine ist, sich derzeit aber nicht aktiv am Tagesgeschäft beteiligt, könnte nach dem 3. Februar wieder mehr Interesse zeigen, das Krefelder Eishockey zu unterstützen.
Wie dringend die GmbH frisches Geld benötigt, zeigt die aktuelle Finanzlage. Nach ersten Hochrechnungen werden den Schwarz-Gelben am Saisonende bis zu 500 000 Euro in der Kasse fehlen. Neben fehlenden Zuschauer-Einnahmen haben die Nachverpflichtungen (Grönvall, Cespiva, Globke) und der Trainerwechsel zusätzlich den Etat belastet.
Derzeit herrscht ein kleiner Liquiditätsengpass. Denn nicht alle Dezember-Gehälter konnten bisher fristgerecht ausgezahlt werden. Am 3. Februar sollen auch die personellen Weichen für die neue Saison gestellt werden. Klar ist schon jetzt, dass die Pinguine den Gürtel viel enger schnallen müssen. Wie viele andere DEL-Clubs sind auch die Krefelder davon abhängig, wie die Sponsoren auf die Finanzkrise reagieren.
Während der Olympia-Pause wollen die Pinguine festlegen, von welchen Spielern man sich trennen wird. Die Optionen für Vasiljevs, Driendl, Endraß und Noebels werden wohl gezogen. Die Verträge von Fahey, Grönvall, Loyns, Payer, Globke, Rourke und Huebscher laufen aus.
Letzterer soll sich bereits mit den Straubing Tigers über einen Wechsel geeinigt haben. Bei der Vergabe der Ausländerlizenzen besteht keine große Eile. Das Preis-Leistungsverhältnis entwickelt sich zu Gunsten der Vereine.
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