Krefeld: Pinguine sind gerettet
VON JOSEF HERMANNS UND OLIVER SCHAULANDT - zuletzt aktualisiert: 19.04.2010 - 18:56Nach der gestrigen Gesellschafterversammlung steht fest: Es wird auch zumindest im nächsten Jahr noch DEL-Eishockey in Krefeld zu sehen sein. Die Gesellschafter stemmen die 400 000 Euro-Lücke im Etat.
Es war gegen halb acht gestern Abend, als Wilfrid Fabel im Nordbahnhof vor die Medienvertreter trat und verkündete, worauf die Fans der Pinguine so sehnsüchtig warten: "Es gibt weiter DEL-Eishockey in Krefeld." Die Gesellschafter haben eine Lösung gefunden, um die 400 000 Euro Etatlücke aus der abgelaufenen Saison zu schließen. Die Pinguine beantragen also ihre Lizenz für die Deutsche Eishockey-Liga (DEL) neu. Zudem haben Fabel, Helmut Borgmann und Wolfgang Schulz acht neue Gesellschafter gefunden, die jeweils 10 000 Euro mitbringen, deren Namen aber nicht bekannt gegeben wurden. Es soll sich vorrangig um Krefelder Bürger handeln.
Der Aufsichtsrat wird neu besetzt. Ihm gehören Wolfgang Schulz, Helmut Borgmann, Bernd Schoenmakers und Fabel (als Vorsitzender für ein Jahr) an. Schulz hätte ebenfalls den Vorsitz machen können, lehnte dies aber aus beruflichen Gründen ab. Offen ist, was mit Geschäftsführer Wolfgang Schäfer passiert. Fabel: "Wir suchen eine Lösung. Fest steht, dass wir den sportlichen und wirtschaftlichen Bereich voneinander trennen wollen." Ein Sportlicher Leiter solle aber nicht geholt werden. Schulz: "Dafür reicht das Geld nicht."
Der Etat dieser Saison wird um 400 000 Euro reduziert und liegt somit bei 3,8 Millionen. Trainer Rick Adduono soll bleiben; ihm liegt ein neues Vertragsangebot vor. Gleiches gilt für Kapitän Herberts Vasiljevs, der einen Drei-Jahres-Vertrag erhalten soll. Der Lette will sich erst nach der Eishockey-WM entscheiden. Zudem sind zwei Spieler verpflichtet. Bei einem handelt es sich um Michail Kozhevnikov, der nur einen Kurzzeitvertrag besaß. Zwei weitere sollen, in Absprache mit dem Trainer, noch geholt werden.
Fabel betonte, dass die Zukunft der Pinguine auf dünnem Eis steht. Bei weiter ausbleibenden Zuschauerzahlen lasse sich Eishockey in Krefeld nicht mehr bezahlen. "Mit einem Schnitt von 3100 Besuchern hat Profi-Eishockey bei uns keine Zukunft", sagte Fabel. Zum neu gegründeten Verein Pinguine Supporters, der versucht, 1000 Fans dazu zu bewegen, jeweils 20 Euro einzuzahlen und somit einen Vertreter in die Schar der Gesellschafter zu hiefen, sagte Fabel: "Diese Gruppe sollte lieber dafür sorgen, dass mehr Zuschauer zu den Spielen kommen, da ist uns mehr mit gedient. Wir müssen einen Schnitt von mindestens 3600 erreichen. Ab 4000 haben wir keine finanziellen Sorgen mehr."
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