Krefeld Pinguine: "Robert, du bist ein Krefelder"
VON H.-G. SCHOOFS - zuletzt aktualisiert: 24.11.2008Die Pinguine meldeten sich nach drei Niederlagen gestern mit einem 6:0-Sieg über Köln eindrucksvoll zurück. 6604 Zuschauer erlebten im letzten Drittel einen bewegenden Moment, als Torwart Müller das Eis betrat.
Das 60. rheinische Derby zwischen Krefeld und Köln wird den KEV-Fans noch lange in Erinnerung bleiben. Zum einen fegten die Pinguine mit einer Glanzleistung und einem 6:0-Erfolg die Kölner Haie vom Eis, wobei Torwart Danijel Kovacic bei seinem ersten Saisoneinsatz von Beginn an überzeugte und gleich einen Shut-out feierte. Zum anderen erlebten die 6604 Zuschauer in der 56. Minute einen bewegenden Moment, als Krefelds Meister-Torwart Robert Müller, der an einem unheilbaren Hirntumor erkrankt ist, ins Kölner Tor kam.
Scott Langkow verletzt
Trainer Igor Pavlov reagierte auf die drei Niederlage in Folge und nahm personelle Umstellungen vor. Drei Sturmreihen liefen verändert auf. Hinten rotierten sieben Verteidiger. Im Tor stand Danijel Kovacic. Das hatte Pavlov bereits am Samstag angekündigt. Scott Langkow saß aber nicht mal auf der Bank. Der Kanadier ist verletzt. Manager Jiri Ehrenberger sagte, dass bei Langkow gestern ein kleiner Muskelfaserriss im Oberschenkel festgestellt wurde. Daher war Domenic Bartels der Back-Up-Goalie.
Ein anderer Torhüter stand bereits beim Warmmachen im Mittelpunkt: Robert Müller. Krefelds Meistertorwart von 2003 wurde herzlich empfangen. Hier und da waren Schilder mit einer 80 oder der Aufschrift Müller zu erkennen. Kurz vor dem Spiel gab es dann noch Müller-Sprechchöre.
Den Pinguine schienen die Maßnahmen des Trainers gut zu bekommen. Die Verteidiger unterstützten Kovacic vorzüglich. Vorne ergaben sich gute Torchancen. Eine davon nutzte Boris Blank zur Führung. Kölns Torwart Doyle war die Sicht versperrt (10.). Sechs Minuten später scheiterte Charlie Stephens an Doyle. Kurz darauf tanzte der Krefelder Center durch die Kölner Abwehr und erhöhte mit einem Kullertor auf 2:0.
Die Pinguine blieben auch im Mitteldrittel die bessere Mannschaft. Michael Endraß setzte einen Rückhandschlenzer knapp am Tor vorbei (23.). Dann zahlte sich aus, dass die erfolgreiche Sturmreihe der letzten Saison (Pietta/Loyns/Verwey) wieder vereint ist. Im Nachschuss traf Daniel Pietta zum 3:0. Besonders Loyns blühte richtig auf. Die Haie fielen in erster Linie durch Befreiungsschläge auf. Erst in der 36. Minute geriet Kovacic in Gefahr, verhinderte aber gegen Flaake mit einer Riesentat einen Gegentreffer (36). Fast im Gegenzug schlug Krefelds Top-Reihe zum dritten Mal an diesem Abend zu. Stephens bediente Vasiljevs am langen Pfosten, der nur noch den Schläger hinhalten musste.
Auch im Schlussdrittel litten die Haie angesichts des schnellen Spiels der Krefelder unter Schwindelanfällen. Hager konnte nur mit einem Foul am Torschuss gehindert werden. Den fälligen Penalty verwandelte Pavlikovsky mit Hilfe von Doyle, der den Puck wie eine Kamelle aus der Fanghand ins Tor plumpsen ließ. Die KEV-Fans forderten jetzt lautstark den Einsatz von Müller. Der kam dann auch, nachdem Stephens einen Nachschuss im Fallen zum 6:0 verwandelte hatte. „Robert, du bist ein Krefelder“, schallte es in den letzten vier Minuten von den Rängen. Ein bewegender Moment, bei dem auf den Rängen auch Tränen flossen.
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