Krefeld Pinguine: Serge Payers bestes Spiel
VON H.-G. SCHOOFS - zuletzt aktualisiert: 18.09.2008Durch die erste Saisonniederlage fielen die Pinguine ein wenig auf den Boden der Tatsachen zurück. Trotzdem gab es in Nürnberg für Trainer Igor Pavlov und seine Mannschaft Lob und Anerkennung.
Herberts Vasiljevs Blick verriet unmittelbar nach dem Spiel in Nürnberg nichts Gutes. Aber nicht die 4:5-Niederlage trieb dem Kapitän die Zornesröte ins Gesicht, sondern der Ersatzbus, in den er und seine Mannschaftskameraden eine für Eishockeyspieler ziemlich unbequeme Rückfahrt an den Niederrhein antreten mussten. „So etwas habe ich in meiner langen Karriere noch nie erlebt“, schimpfte der Lette. Normalerweise schlafen die Cracks in der oberen Etage ihres Doppeldeckers auf einer mitgebrachten Matratze, die sie zwischen den Sitzreihen auf den Boden legen.
Powerplay funktionierte nicht
Auch Igor Pavlov bemängelte gestern nochmal die unbequeme Rückreise, die um 4.30 Uhr am König-Palast endete: „Von Regeneration kann keine Rede sein.“ Den Ärger über den fehlenden Mannschaftsbus lässt der Trainer allerdings nicht für die Niederlage gelten. „Wir sind Profis und müssen immer versuchen, alles zu geben.“ Das taten seine Schützlinge am Dienstag in der Nürnberger Eissporthalle vor einer Geisterkulisse.
Daher zeigte sich Pavlov auch gestern noch insgesamt zufrieden: „Wir haben uns sehr gut präsentiert und hätten einen Punkt verdient gehabt. Aber unser Powerplay funktionierte nicht. Daher blieben wir ohne Zähler.“ Eingestehen musste der Coach, dass Scott Langkow beim vierten Gegentreffer ziemlich alt aussah: „Gut, der Treffer geht klar auf seine Kappe. Ansonsten kann ich ihm überhaupt nichts vorwerfen. Fünf Gegentore sind aber einfach zuviel. Unsere Verteidiger hätten vor dem gegnerischen Tor besser aufräumen müssen.“
Während Nürnbergs Trainer Andreas Brockmann von „sehr frischen und kampfstarken“ Krefeldern sprach, erhielt Pavlov persönlich ein Lob von höchster Stelle. „Good Job, Igor“, rief ihm Uwe Krupp beim Verlassen des Presseraumes zu und klopfte dem DEL-Trainer-Neuling auf die Schulter. „Krefeld hat eine kompakte und laufstarke Mannschaft“, sagte der Bundestrainer im Gespräch mit unserer Zeitung. Sehr angetan zeigte sich Krupp von Shay Stephenson: „Das ist so ein Spylo-Typ. An ihm werden die Krefelder noch viel Spaß haben.“
Den hatten die 25 mitgereisten KEV-Fans schon am Dienstag. Denn der zweite Saisontreffer des blonden Sunnyboys zum 2:2-Ausgleich war vom Allerfeinsten. Auch seine Sturmpartner Lynn Loyns und Serge Payer zeigten sich stark verbessert. Letzterer absolvierte mit Abstand sein bisher bestes Match für die Pinguine. Dass sein später Ausgleichstreffer nicht wenigstens zu einem Punkt reichte, schreibt Pavlov der Qualität des Gegners zu: „Wir wurden im Nürnberger Drittel mit einem Chippass über die Bande ausgespielt.“
Gleich morgen im Heimspiel bietet sich den Pinguinen die große Chance, die unglückliche Niederlage gegen die Ice Tigers vergessen zu machen. Denn die Augsburger werden ihr Waterloo von Berlin (0:11) noch nicht verdaut haben.
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