Fußball: Der harte Weg Ailtons beim KFC
VON OLIVER SCHAULANDT - zuletzt aktualisiert: 18.01.2010 - 12:04Dieser Weg wird kein leichter sein, dieser Weg ist steinig und schwer – das singt Xavier Naidoo in der inoffiziellen WM-Hymne 2006. Worte, die auch auf den neuen Superstar des KFC Uerdingen zutreffen. Ailton wird es nicht einfach haben. Die Mannschaft ist im Trainingslager zu einer Einheit gewachsen.
Ailton aber bleibt noch außen vor. Zum einen ist er verletzt und kann daher nicht mit dem Team trainieren. Zum anderen kapselte er sich in den Tagen auf Norderney auch sehr häufig ab – auch optisch. Das Traditionstrikot, das die Mannschaft beim Abendessen trug, wurde an ihm nicht gesehen. Der Brasilianer gilt als sensibel. Am Donnerstag Abend, als seine Frau Rosalie im fernen Brasilien Geburtstag feierte, da hockte der 36-Jährige wie ein Häuflein Elend einsam an einem Tisch, trank einen Latte Macchiato. Ihm fehlt seine Familie.
Und er leidet wie jeder Vater, der seine Kinder nicht sehen kann. Seine immens hohe Telefonrechnung spricht Bände. Vielleicht wird es besser, wenn seine Familie bald nachkommt. Dann aber muss auch er sich öffnen. Gut angekommen ist es in der Mannschaft nicht, dass er die Heimreise mit Präsident Lakis antrat, statt gemeinsam mit dem Team nach Krefeld zu fahren.
Vielleicht wird es ab Mittwoch besser, wenn er mit dem Team zu Mittag isst. Mitleid darf er kaum erwarten bei seinen Kollegen – auch, weil sie selbst die Erfahrung noch nicht gemacht haben, von den eigenen Kindern getrennt zu sein. Doch auch Ailton muss sich selbst einbringen, darf sich nicht absondern. Sonst droht das Gastspiel beim KFC ein trauriges zu werden.
Am Rande: Heute will sich Lakis mit Fatih Akyel zu Vertragsgesprächen treffen. Zudem, so wurde gestern bekannt, spricht der KFC-Boss mit noch einem weiteren türkischen Stürmer und einem deutschen Abwehrspieler mit Zweitliga-Erfahrung über ein Engagement.
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