Krefeld: KFC-Boss Lakis droht: "Ich werfe hin"
VON OLIVER SCHAULANDT - zuletzt aktualisiert: 12.05.2010 - 13:30Einen Tag vor dem Derby gegen Fischeln ist beim KFC Uerdingen ein Riesenstreit entbrannt. Vorsitzender Lakis soll zahlreiche Rechnungen nicht bezahlt haben. Er bestreitet dies – und hegt Rücktrittsgedanken.
Hinter den Kulissen des KFC Uerdingen brennt nach dem verpatzten Aufstieg der Baum lichterloh. Vorsitzender Lakis soll angeblich Mieten und Maklerabrechnungen für Ailtons Haus sowie Flugtickets für den Brasilianer, Kosten für Hotelzimmer von Ailton und Trainer Edgar Schmitt und Prämien für die Mannschaft nicht überwiesen haben.
Außerdem geht es um Vorwürfe, wonach er an Spieler Wohnungen verkauft haben soll (siehe Zweittext). Lakis bestritt die Vorwürfe größtenteils energisch und drohte mit seinem Ausstieg: "Jetzt kommen Ratten aus den Löchern, die gegen mich schießen. Ich habe alles bezahlt, und was noch offen ist, wird auch bezahlt werden. Eins aber stimmt, es sind noch nicht alle Prämien ausgezahlt worden. Aber das sind Kleinbeträge. Ich war am Montag kurz davor hinzuwerfen, aber ich will den Verein nicht hängenlassen. Sollte jemand kommen, der den Verein solide führen kann, dann soll er das machen. Es darf aber kein Scharlatan sein."
Rücktritt
Der Vorsitzende des Verwaltungsrates des KFC Uerdingen, Dr. Stefan Kaiser, ist am Montag mit sofortiger Wirkung von seinem Amt zurückgetreten.
Kaiser erklärte diesen Entschluss mit beruflichen und privaten Gründen, die ein weiteres Mitwirken nicht länger möglich machten.
Zum Verwaltungsrat gehören: Andreas Galland, Detlef W. Hauffe, Georg Hermes, Norbert Kalwa, Rainer Lucas, Dr. Ingo Schael, Werner Seel, Uwe Vohwinkel
Enorm hohe Hotelrechnungen
In der vergangenen Woche hatte Lakis einen Teil seiner Firma nach Krefeld in die (ihm gehörenden) Geschäftsräume des KFC verlegt. Die derzeitige Geschäftsstelle wolle er erneut verlegen, in ein Gebäude an der Cracauer Straße, in das auch Teile seines Unternehmens verlegt würden.
"Damit können wir Synergieeffekte nutzen, die dem KFC Geld sparen", sagte Lakis. Im Zuge dessen seien Unterlagen geprüft worden, dabei seien unter anderem enorm hohe Hotelrechnungen aufgetaucht. "Darum habe ich auch so getobt und die Unterlagen überprüfen lassen", sagte Lakis, der künftig die KFC-Buchführung über seine Firma abwickeln lassen will.
Geschäftsstellenleiter Lutz Spendig, der am Donnerstag gekündigt hatte, will sich nicht zum Sündenbock abstempeln lassen. "Ich habe nie etwas getan, was vom Vorstand nicht genehmigt wurde. Es wird versucht, mir die Schuld in die Schuhe zu schieben, für Fehler, die von Lakis' Seite aus kamen. Dass wir jetzt für die finanziellen Verfehlungen von Lakis herhalten sollen, empfinde ich als hinterhältig."
Lakis, der gestern ein Treffen mit Spendig vereinbaren wollte, sagte dazu: "Ich will Herrn Spendig in keinster Weise eine falsche Buchführung oder gar eine Unterschlagung unterstellen. Ich vertraue ihm vollkommen, er ist mein Freund. Er hat es sicherlich gut gemeint. Aber in einigen Sachen hat er seine Kompetenzen überschritten, etwa bei der Hotelwahl. Wir klären gerade ab, wie es zu einer solch hohen Hotelrechnung kommen konnte."
Auch ein Besuch beim Finanzamt sei nicht deshalb erfolgt, weil erneut eine Insolvenz beziehungsweise eine Insolvenzverschleppung gedroht habe (angeblich steht eine fünfstellige Forderung an den KFC im Raum), sondern um Bilanzen aus 2006 zu erörtern. Kommentar
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