Krefeld: 75-Jährige in Fischeln erwürgt
VON SEBASTIAN PETERS - zuletzt aktualisiert: 19.03.2011Krefeld (RPO). Beate Sieper wohnte in einem schlichten Hochhaus, galt als vermögend. Warum musste sie sterben?
Der Fall gibt der Polizei bisher noch Rätsel auf: Die 75-jährige Beate Anni Sieper, wohnhaft an der Cam-esstraße 20 in Fischeln, ist am Mittwochabend nach 19 Uhr, bevor sie zu Bett ging, von einem bisher noch unbekannten Täter in ihrer Wohnung aufgesucht und erwürgt worden.
Die Frau wohnte in einer kleinen Zweizimmer-Erdgeschosswohnung eines Hochhauses mit rund 30 Parteien an einem Wendehammer. Die Polizei vermutet, dass der Täter die Wohnung durch die Balkontüre zur Camesstraße hin verließ. Ob er Gegenstände entwendete, steht noch nicht fest. Hauptkommissar Gerd Hoppmann: "Zur Identität des Täters oder dem möglichen Motiv liegen noch keinerlei Erkenntnisse vor."
Obwohl Beate Sieper in einem schlichten Hochhaus lebte, galt sie laut Polizei als vermögend. Sie war Witwe, wohnte seit Jahren allein, ihr letzter Ehemann hatte nach Informationen unserer Zeitung eine Tochter, zu der möglicherweise Kontakt bestand. Weil die Polizei jetzt nach weiteren Hinweisen zum Lebensumfeld von Beate Anni Sieper sucht, machen die Ermittler ungewöhnlicherweise auch Opferbild und Namen öffentlich.
Erst einen Tag nach der Tat, am Donnerstag nach 21 Uhr, wurde Beate Sieper in ihrer Wohnung entdeckt. Ein 42-jähriger Bekannter kümmerte sich mit seiner Ehefrau regelmäßig um die rüstige Rentnerin, nachdem diese vor einigen Wochen wegen einer Lungenembolie im Krankenhaus war und unter starken Rückenschmerzen litt.
Am Mittwochabend hatte der 42-Jährige bis 19 Uhr noch länger mit ihr telefoniert. Am Donnerstag nahm Beate Sieper ihren Arzttermin nicht wahr und war auch weder auf ihrem Festnetztelefon noch auf dem Handy erreichbar. Der 42-Jährige wurde skeptisch und betrat mit einem für Notfälle überlassenen Zweit-Schlüssel die Wohnung, konnte die Türe aber nicht ganz öffnen und sah durch den Türspalt das Opfer, regungslos und nicht ansprechbar. Er rief die Polizei, die Beate Sieper tot in der Diele auf dem Boden liegend fand.
Der Notarzt konnte zunächst die Todesursache nicht klären. Bei "unklarer Todesursache" wird sofort die Kriminalpolizei gerufen. Für die Beamten vor Ort war die Sachlage laut Polizei "dubios". Die Türen einiger Schränke standen offen, die Balkontüre war nicht verriegelt.
"Bei der ersten Untersuchung der Leiche konnten wir aber keine eindeutigen Einwirkungen todesursächlicher Gewalteinwirkung erkennen", teilte Gerd Hoppmann mit. Gestern erfolgte auf Anordnung der Staatsanwältin die Obduktion der Leiche. Äußerlich waren kaum Spuren von Gewalteinwirkung zu sehen, trotzdem steht eindeutig fest, dass die 75-Jährige erwürgt worden ist.
Die Polizei fragte am Freitag alle Bewohner nach möglichen Hinweisen. Der Schock saß bei allen Bewohnern tief. Der im sechsten Stock wohnende Hausmeister sagte gestern unserer Zeitung: "Wir haben nichts gesehen, man kennt sich hier im Haus auch kaum."
Hinweise unter Tel. 6340.
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