Krefeld: A 57: Politik hält am Tunnel fest
VON DIETER HILLA - zuletzt aktualisiert: 12.12.2008Krefeld (RPO). Der Stadtrat gestern Abend den Haushalt 2008 / 2009 verabschiedet. Nach einer erhitzten Debatte beschloss er, am Ausbau der A 57 in Tunnel-Troglage auf gesamtem Stadtgebiet festzuhalten. In geheimer Sitzung beriet der Hauptausschuss anderthalb Stunden über das Klinikum.
Die Forderung der CDU, den oberirdischen Ausbau der A 57 von Strümp bis zur Anschlussstelle Oppum zu verfolgen, ist gestern mit der breiten Mehrheit der anderen Fraktionen abgelehnt worden. SPD-Fraktionschef Ulrich Hahnen kritisierte die CDU. Ihr Antrag sei eine Abkehr von der bisherigen Marschrichtung. Ratsherr Jürgen Hengst (SPD) warf den Christdemokraten vor, mit Vertretern des Landesbetriebs über einen oberirdischen Ausbau der A 57 verhandelt zu haben. „Sie führen an den Ratsbeschlüssen vorbei Verhandlungen und tun so, als ob ihnen die Stadt gehört.“
Vor mehr als einem Jahr hatte der Stadtrat einstimmig die Forderung nach einer Tunnel-Trog-Lösung für das gesamte Stadtgebiet gefordert. Diese Forderung wurde gestern einstimmig bekräftigt. Im Frühjahr hatte sich die CDU dafür ausgesprochen, die A 57 von Strümp bis zur Anschlussstelle Oppum sechsspurig oberirdisch auszubauen. Im übrigen Streckenbereich sollte die Tunnel-Troglage angestrebt werden. Gestern brachte sie einen entsprechenden Antrag ein.
Ratsherr Jürgen Wettingfeld (CDU) erklärte den Hintergrund des CDU-Antrags. Es gehe bei der zur Debatte stehenden Strecke lediglich um eine Länge von 800 Metern. Mit einem oberirdischen Ausbau könne schnell eine Lärmentlastung für die Anwohner erreicht werden. CDU-Fraktionschef Wilfrid Fabel ergänzte, dass Krefeld nach Auskunft des Landesverkehrsministeriums für die nächsten 30 Jahre nicht mit einer Tunnellösung rechnen könne. Wenn die Stadt einem oberirdischen Ausbau von Strümp bis Oppum nicht zustimme, passiere gar nichts.
Privaten Partner suchen
FDP-Fraktionschef Joachim C. Heitmann sprach sich dafür aus, den Bau der Tunnel-Trog-Lage mittels einer public-private-partnership (ppp) zu finanzieren. Die Idee: Ein privater Investor finanziert den Tunnel. Das Geld könnte er dann über eine Gebühr wieder erhalten. Die Initiative der CDU empfinde er nicht als hilfreich. „Sie geben damit ein falsches Signal in Richtung der Bürger und in Richtung des Bundesverkehrsministeriums.“ Er forderte den Oberbürgermeister auf, nach dem Beschluss des Rates sofort die Position der Stadt gegenüber dem Land klarzustellen.
Rolf Rundmund (Grüne) verlangte, dass die Stadt alles tue, den sechsspurigen Ausbau zu verhindern, wenn die Tunnel-Troglage nicht käme. Ansonsten würden die Anwohner unzumutbar belastet.
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