Krefeld: Altenheime getestet
VON DIETER HILLA - zuletzt aktualisiert: 20.07.2009 - 11:23Krefeld (RPO). Mangelernährung bei alten und pflegebedürftigen Menschen ist Andreas Kutschke nicht fremd. „Wenn alte Menschen ins Heim eingeliefert werden, ist Mangelernährung kein Ausnahmezustand“, sagt Kutschke. Er ist Pflegewissenschaftler und war lange in der ambulanten Pflege tätig. Jetzt leitet er die Abteilung Qualität der städtischen Seniorenheime.
Die städtischen Altenheime Bischoffstraße und das Cornelius-de-Greiff-Stift haben an einer Studie zur Mangelernährung teilgenommen, die die Universität Maastricht und die private Universität Witten-Herdecke gemeinsam durchgeführt haben. In den Niederlanden gibt es solche Untersuchungen seit mehr als zehn Jahren, in Deutschland fand sie jetzt zum ersten Mal statt.
Zum Thema „Ernährung in Altenheimen“ gibt es bislang nur wenig Erkenntnisse, sagt Kutschke. Mit dem Ergebnis für seine beiden Heime ist er zufrieden. „Das Ergebnis war durchweg positiv“, erzählt er. Das Heim musste für jeden teilnehmenden Bewohner einen Bogen ausfüllen, aus dem unter anderem der Body-Mass-Index, die Kalorien- und Flüssigkeitsaufnahme sowie die Entwicklung des Körpergewichts hervorgehen.
Trotz der positiven Auswertung konnten auch die städtischen Altenheime Verbesserungspotenzial finden. „Wir müssen in einigen Fällen besser auf die Kalorienzufuhr oder die Verteilung der Mahlzeiten auf den Tag achten“, sagt Kutschke. Weitere Erkenntnis: „Es ist klug und sinnvoll, wenn man für Ernährungsfragen einen Diät-Fachmann hinzuzieht.“ Der könne zum Beispiel helfen, eine spezielle Diät für Menschen mit Schluckbeschwerden zu erstellen. Fachliche Hilfe sei gerade bei Demenz wichtig. „Demenzkranke würden sonst vor vollem Teller verhungern.“
Ist die Ernährung in allen Heimen gut? „Zu solch einer Untersuchung meldet man sich nur an, wenn man ein gewisses Niveau hat“, sagt Kutschke. Der Druck, an solchen Befragungen teilzunehmen, wird steigen. Laut Kutschke sollen die Ergebnisse solcher Untersuchungen ab diesem Jahr im Internet veröffentlicht werden. Dann haben Angehörige von Pflegebedürftigen eine Orientierungshilfe, wenn sie ein Heim suchen.
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