Krefeld: Anlagebetrüger muss acht Jahre in Haft
zuletzt aktualisiert: 26.05.2007Krefeld (RPO). Acht Jahre Haft lautete das Urteil gegen Wolfgang M., der vom Krefelder Landgericht gestern wegen schweren Anlagenbetrugs verurteilt wurde. Hans B., ein 48-jähriger Konditor, der ohne jede Fachausbildung als Finanzberater agiert und dessen Geschäfte vermittelt haben soll, muss für zweieinhalb Jahre hinter Gitter.
Von den Summen, über die Wolfgang M. gestern vor dem Landgericht sprach, konnte einem fast schwindelig werden. Eloquent referierte der 63-Jährige über geplante Finanztransaktionen seiner Schweizer Anlagenfirma (die RP berichtete). Der Name Thurn und Taxis, den der Wiener Prinz gegen eine Unternehmensbeteiligung zur Verfügung stellte, sollte Seriosität vortäuschen.
In einer Art Beteiligungsgesellschaft wollte er hohe Gewinne einfahren. Als Grundkapital sollte ein nicht mehr auffindbarer Repräsentant einer Türkischen Bank in Belgien 25 Millionen Euro auf ein Schweizer Konto einzahlen, was aber nicht geschah. Nicht genug damit, ließ der in Belgien lebende Deutsche bei der Schweizer Bank nachfragen, ob diese eine Einzahlung von ein bis zwei Milliarden Euro annehmen werde. Allerdings wollte der Mann keine Auskunft über die Herkunft des Geldes geben, so dass die Bank die Geschäftsverbindung kurzerhand mangels Seriosität beendete.
Auf der Anklagebank hatte M. einen Ordner mit fertig ausgestellten Kreditverträgen in Höhe von rund 150 Millionen Euro liegen, die er aufgrund seiner Verhaftung nicht mehr an seine Kunden geben konnte. Auch eine Vier-Millionen-Yacht sollte damit finanziert werden.
Bei all diesen „Seifenblasen“, wie sie die Staatsanwältin nannte, gab es nur einen Betrag, der wirklich vorhanden war. Nämlich jene 130 000 Euro, die das Duisburger Rentnerpaar eingezahlt hatte, um von den Zinsen die Rente aufzubessern. Doch das gesamte Geld ist verbraucht und der Schuldschein wertlos.
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