Krefeld: Anwohner fordern Parkplätze
VON SABRINA TILGNER - zuletzt aktualisiert: 17.12.2008Krefeld (RPO). Die Innenstadt braucht mehr Anwohner-Parkplätze, um wieder begehrter Wohnraum zu werden. Das fordern Innenstadt-Bewohner und Stadtentwickler und schlagen gekennzeichnete Parkzonen vor.
In der Innenstadt gibt es zu wenig Parkplätze für Anwohner. Die gekennzeichneten Bereiche mit knapp 5800 Stellplätzen reichen nicht aus. Und wo freies Parken möglich ist, konkurrieren Anwohner mit Besuchern und Angestellten der Innenstadt. – Dieses „unbefriedigende“ Bild zeichneten Autobesitzer der City im Konzept „Stadtumbau West“ des Forschungsinstituts Inwis sowie der Stadtplaner Pesch und Partner. Eine gute Parksituation sei aber wichtig für attraktives Wohnen, sagen letztere.
Kurven durchs Quartier
Kein Parkplatz, kein Mieter – so einfach ist die Rechnung von Ute Becker-Wittig, Inhaberin von Becker-Wittig Immobilien. „Wir haben zu wenig Parkplätze. Die Anwohner kurven abends auf der Suche lange durchs Quartier“, sagt sie. Dabei sind Parkplätze für Anwohner immens wichtig. Ihre Kunden fragten immer zuerst: „Wo kann ich parken?“ Das möchten sie idealerweise in Sichtweite oder maximal zwei Gehminuten: in einer Anwohner-Zone oder -Garage. Plätze in öffentlichen Tiefgaragen mieten Kunden wegen hoher Preise ungern. Die Maklerin schlägt vor, Halteverbote für mehr öffentliche Stellplätze zu überprüfen.
Parkplätze im Zentrum
Parkplätze Laut Analyse des Tiefbauamts gibt es 5800 in der Innenstadt für Anwohner mit Ausweis (inklusive den frei verfügbaren): u.a. um den Alexanderplatz, Ostwall und die Moerser Straße.
Kosten Ein Ausweis für Anwohner kostet 30,70 Euro pro Jahr. Dafür parken sie abends bis morgens kostenfrei. Andere Parker müssen die Parkscheibe ins Auto legen oder ein Ticket zahlen.
Dass etwas geschehen muss, um die Wohnungsleerstände im Zentrum zu bekämpfen, darüber sind sich die meisten einig. Die Frage ist nur, was: „Abgestelltes Blech hat keine stadtgestalterische Qualität“, sagt Franz Joseph Greve. Der Vorsitzende der Werbegemeinschaft und die Händler wollen, dass möglichst viele Menschen in der City wohnen und die Straßen beleben, aber dort keine Autos herumstehen. Nur mit Quartiersgaragen, Innenhof-Garagen oder -Stellplätzen sei die Innenstadt zum Wohnen attraktiv. „Wenn die Stadt das Geld für das Anliegerparken der vergangenen zehn Jahren gespart hätte, hätte sie erste Quartiersgaragen bauen können, und Wohnstraßen in der Innenstadt wären autofrei.“
Die Autos können auf die Straße, meint dagegen Innenstädter Rolf Rundmund, Ratsherr der Grünen. Aber es gibt zu wenig Parkplätze nur für Anwohner. In Düsseldorf gebe es in manchen Vierteln ausschließlich Anwohner-Parkplätze. „Das wertet ein Quartier auf“, sagt Rundmund. Sein zweiter Vorschlag: Parkhäuser, die nachts leer stehen, sollte die Stadt für Anwohner mit Parkausweis mieten.
Michael Giesen von der Bürgerinitiative „Das Quartier lebt“ und Bewohner der Blumenstraße fordern: „Da wir Innenstädter die Hälfte des Straßenbaus zahlen müssen, soll auch die Hälfte aller Parkplätze nur für Anwohner sein.“ Auch der Einzelhandel kann Parkraum schaffen, sagt Giesen: Die Händler sollten Stellplätze für ihre Angestellten in Parkhäusern mieten – damit sie die freien Plätze für die Anwohner nicht blockieren.
Überlegungen, mehr Anwohnerplätze zu schaffen, gibt es seit Jahren, sagt Stadtsprecher Michael Streubel. Dabei bleibt es wohl. „Der Parkdruck ist hier nicht so groß wie in Düsseldorf“, sagt Streubel.
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