Krefeld: Arbeitslose vor verschlossener Tür
zuletzt aktualisiert: 25.10.2006Krefeld (RPO). Da staunten die rund 60 arbeitslosen Jugendlichen aus Krefeld nicht schlecht. Sie wollten eine Trainingsmaßnahme der Qualifizierungsagentur Ibis Acam besuchen – und standen vor verschlossener Tür. Grund: Der Arge-Partner (Werbespruch: „Ich will arbeiten.“) hat Insolvenz angemeldet. „Wir haben erst von den Jugendlichen davon erfahren“, erklärt Wolfram Gottschalk, Geschäftsführer der Arge, der Arbeitsgemeinschaft der Stadt Krefeld und der Agentur für Arbeit. Grundsätzlich habe Ibis Acam bei mehreren Seminaren in Krefeld gute Arbeit geleistet. „Anzukreiden ist dem Unternehmen allerdings, dass es mit der bevorstehenden Insolvenz nicht offensiv umgegangen ist.“ Die Jugendlichen hätten jedoch keinen Schaden erlitten. „Sie hatten einen verantwortlichen Kursleiter, der ihnen noch eine Teilnahmebestätigung ausgestellt hat. Und uns ist es gelungen, die Kursteilnehmer auf andere Kurse aufzuteilen.“ Deutlich kritischer sieht der DGB-Kreisvorsitzende Ralf Köpke die Insolvenz des Bildungsträgers. „Wie ich gehört habe, hat das Unternehmen qualitativ schlechte Arbeit geleistet.“ Er habe im Verwaltungsausschuss das Thema Ibis Acam thematisiert. „Ich habe mich im Internet über die Firma erkundigt, bin dort darauf gestoßen, dass das Unternehmen in Österreich bereits Insolvenz angemeldet hat.“ Er kann nicht verstehen, dass die Firma beauftragt wurde. „Scheinbar bekommen die billigsten Firmen den Zuschlag. Aber jetzt sind wieder Gelder weg, Gelder, die eigentlich für Arbeitslose gedacht sind.“ Beauftragt wurde Ibis Acam nicht von der Arge in Krefeld, sondern vom regionalen Einkaufszentrum der Arbeitsagentur in Düsseldorf. Trotz mehrmaliger Nachfrage war man dort zu keiner Stellungnahme bereit.
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