Krefeld: Auch Männer zur Ehe gezwungen
VON MOJO MENDIOLA - zuletzt aktualisiert: 01.05.2008Krefeld (RPO). Über die Problematik der Zwangsehen und „Ehrenmorde“ referierte Gleichstellungsbeauftragte Christine Weinbörner in der jüngsten Sitzung des Ausländerbeirats. Vom Vorkommen eines so genannten Ehrenmordes in Krefeld sei bisher nichts bekannt.
Und über Zwangsverheiratungen gebe es erst 2009 zuverlässige Zahlen – eine ministeriale Studie wird zur Zeit erarbeitet. Die Problematik sei aber sehr ernst zu nehmen.
Eine vor etwa zwei Jahren verabschiedete Krefelder Resolution gegen Zwangsehen habe erfreulicherweise über die Seidenstadt hinaus Signalwirkung entfaltet. Und mit dem bei „Terre des Femmes“ unter www.frauenrechte.de erhältlichen Ratgeber sei den Betroffenen und den betreuenden Stellen ein sehr hilfreiches Werk an die Hand gegeben.
Beiratsvorsitzende Halide Özkurt-Atmaca wies darauf hin, dass dieses Thema auch schon Eingang in die Lehrbücher für die den Zuwanderern auferlegten Deutschkurse gefunden habe. Übrigens würden auch junge Männer zur Ehe gezwungen, meist Homosexuelle, die dadurch „therapiert“ werden sollten.
Die Diskussion über die Notwendigkeit eines Integrationsbeauftragten und dessen Aufgaben endete mit der Einsicht, dass diese Stelle erst einmal in den politischen Gremien durchgesetzt werden müsse. Jedenfalls aber gehöre ein Integrationskonzept, so DGB-Geschäftsführer Ralf Köpke, unverzichtbar auch zur Strategie des Stadtmarketings, nachdem die hiesige Ausländerbehörde auch von der Süssmuth-Kommission nicht eben gelobt worden sei.
Die Forderung des DGB Krefeld nach einem „Runden Tisch“ zur Ausländerpolitik der Stadt stieß bei den Vertretern der Politik auf geteiltes Verständnis. Inwieweit ein drittes Gremium neben Ausländerbeirat und Arbeitskreis ausländischer Mitbürger Positives bewirken könnte, wollte nicht allen einleuchten. Die Einrichtung einer kommunalen Härtefallkommission, vom Verwaltungsrat abgelehnt, wurde auf die nächste Sitzung vertagt. Einigkeit herrschte allerdings darüber, dass man Integrationsbemühungen nicht allein der ansonsten geschätzten Caritas und Diakonie überlassen und sie auch nicht auf die durchaus begrüßenswerten kinder-pädagogischen und bildungspolitischen Ansätze beschränken dürfe.
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