Krefeld: Aus dem Leben des Ingo O.
VON HANS DIETER PESCHKEN - zuletzt aktualisiert: 13.01.2009Krefeld (RPO). Seine Biografie ist eine Reihe von Pointen: Comedian Ingo Oschmann erzählte in der Kulturfabrik von Kindheitserlebnissen, Schulterpolstern, vom Parken im Universum und vom Vater als Beifahrer.
Persönlich
Geboren 3. August 1969.
Zauberei Erster Auftritt als Zauberkünstler im Kinderbereich; erste Programme für Kindergärten und Schulen ab 1994.
Comedy-Durchbruch 2003 Sieger in Sat1-Casting-Show; 2004 eigene Fernsehshow.
Aus seinem Leben will Ingo Oschmann (39) in der Kulturfabrik erzählen. Er verstehe sich als „Stand-up-Comedian“, sagt er. Der Westfale kommt aus der Kinderunterhaltung und der Zauberei und nennt Jürgen von der Lippe als sein Vorbild. Sein Programm – „Wunderbar – es ist ja so“ spielt er erst zum vierten Mal nach zweijähriger Bühnenpause.
Vom Weihnachtsurlaub in Thailand, im „Sauerlandstern Asiens“, weiß er zu berichten, von „Billabong“-Shirts, Massagen mit „Happy Ending“ und der dort erlittenen Fischvergiftung. Männliche Wehleidigkeit kennt er auch, und Oschmann gehört zur ersten Männergeneration die sich beim Pinkeln hinsetzt. Seine Mutter häkelte in der Frauengruppe Pudelmützen für Afrika. Als Kind stellten ihn die Eltern acht Stunden vor dem Eiffelturm ab, machten mit ihm Urlaub auf Balkonien und bauten mit ihm Sandburgen in Spanien. Den vom Opa gelernten Zaubertrick führt er vor, lässt eine gelbes Tuch verschwinden und zieht es anschließend aus einer Orange. Früher, als er noch für David Hasselhoff schwärmte, trug er Schulterpolster. „Aber Kleidung kann man ablegen, ein Arschgeweih nicht.“
Damals war nur die Wäsche der Oma online und Musik nahm man, auch wenn es Bandsalat gab, mit dem Recorder auf. Wie er mit Leggins und Knöchelstulpen aussieht, führt er tanzend vor. Kochen ist ein Thema, das er ausführlich behandelt, und dabei am Publikum mäkelt: „Ihr seid gar kein Publikum, ihr seid eine Therapiegruppe.“
Das Zusammenleben mit einer Frau findet Oschmann schwer, mit einer Katze wäre es einfacher. Die Erlebnisse bei Umzügen mit Helfern und schweren Oster-Deko-Kartons, mit dem Aal im Wasserbett und dem Vater als Beifahrer sind recht lustig erzählt.
Oschmann ist ein charmanter Unterhalter, der auch die weniger zündenden Pointen selber weglacht. Nicht „nein“ sagen könne er, verleiht alles und lernt, wie man im Universum einen Parkplatz bestellt. „Das Programm ist auf einem guten Weg“, findet er, als er zur Zugabe herausgeklatscht wird. Er macht noch ein „Mathe-Experiment“ und schreibt 16 Zahlen so auf, dass sie immer in Viererreihen in 16 Zusammenstellungen 66 ergeben. In Party-Späßchen ist er offenbar gut sortiert, damit hat er sogar ein ganzes Buch gefüllt. Wie man aus einem gerollten Handtuch ein Grillhähnchen formt, ist sein letzter komischer Akt auf der Kulturfabrik-Bühne. Diesen Trick will er auch heute Abend im Fernsehen bei Stefan Raab vorführen. Das Krefelder Publikum mag solche Spielereien, der Beifall zeigt es. Da wird auch der Fernseherfolg nicht ausbleiben.
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