Krefeld: Ausbruch – JVA-Beamte unschuldig
zuletzt aktualisiert: 27.03.2008Krefeld (RPO). Knapp ein halbes Jahr nach der spektakulären Flucht des verurteilten Bankräuber Rahim Direci (38) aus dem Krefelder Gefängnis hat die Staatsanwaltschaft das Ermittlungsverfahren gegen die vier Krefelder Justizvollzugsbeamten eingestellt. Gegen sie war wegen des Verdachts der Gefangenenbefreiung ermittelt worden. Die vier Beamten schoben Dienst an jenem Oktoberabend 2007, an dem Rahim Direkci aus dem Gefängnis türmte. Zuvor war er vom Landgericht Krefeld zu sieben Jahren Freiheitsstrafe wegen erpresserischen Menschenraubes und versuchter räuberischer Erpressung verurteilt worden.
Allerdings haben die Ermittler auch fünf Monate nach der Flucht des Häftlings nur vage Hinweise auf den Aufenthaltsort. NRW-Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter (CDU) sagte gestern, dass die Fahnder „eine gewisse Vermutung“ hätte, dass sich Rahim Direcki wohl in der Türkei aufhält. Nach der Justizpanne rekonstruierten die Ermittler den Abend. Demnach hatte Direkci bis zu sieben Stunden Zeit für seine Flucht: Um 18 Uhr verließ er die gesicherte Stahlzelle, die mit einer Außenwandverstärkung und Manganvergitterung gesichert war. Um 1 Uhr nachts erst traf die um 0.20 Uhr alarmierte Polizei ein. Davor schon waren Deckenverkleidungen in den Fluren entfernt, Mülltonnen entleert, Schränke geöffnet worden.
Wenige Tage später sendete Direkci ein Fax an die Staatsanwaltschaft, vermutlich aus Deutschland. Eine Fax-Kennung auf der handschriftlichen verfassten Notiz führte die Ermittler zu dem Telefonladen. Eine Mitarbeiterin erkannte Direkci auf einem Foto; es ist das vielleicht letzte Bild des 38-Jährigen, das die Polizei besitzt.
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