Krefeld: Balzstimmung bei Axishirschen
VON MARCEL MELLOR - zuletzt aktualisiert: 07.03.2009Krefeld (RPO). Als Spießer betitelt zu werden, ist ein Zeichen dafür, dass man eher zu den langweiligen Zeitgenossen gehört und Grenzen nicht auslotet, sondern verehrt. Spießer im Tierreich, junge Rehböcke ohne verzweigtes Geweih, sind hingegen das Gegenteil – junge, abenteuerlustige Draufgänger nämlich, die ausschließlich männlich und auf der Suche nach zugeneigten Damen sind. Leider überschneiden sich Wunsch und Realität für die jungen Böcke nicht selten. Ausgewachsene Konkurrenten sind nicht weit und mag das Selbstbewusstsein der Springinsfelde noch so groß sein, ein ausgewachsenes Geweih vor der Schnauze lässt es zusammenschrumpfen.
Auch der junge Axishirsch im Krefelder Zoo wäre in einer ähnlichen bedauerlichen Lage und müsste seine Balzstimmung angesichts des weitaus älteren Kollegen abends mit in den Stall nehmen. Wäre und müsste. Denn die zierlichen Hirsche aus Indien und Sri Lanka sind in diesem Monat nicht nur in der Paarungszeit, sonder auch im "Bass". "Eine ganz normale Geschichte für Adulthirsche", sagt Petra Schwinn vom Krefelder Zoo leicht amüsiert. Denn dass der ältere Hirsch im "Bass" ein neues Geweih bekommt, das nun außergewöhnlich durchblutet und dementsprechend verletzlich ist, freut vor allen Dingen einen: Den Spießer. Der kann die drei Damen Carmen, Tosca und Aida voll auskosten, während der Konkurrent zusehen muss. Gar nicht spießig!
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