Krefeld: „Vita-Pils“ nach Panne gefragt
VON SEBASTIAN PETERS - zuletzt aktualisiert: 13.07.2007Krefeld (RPO). Der größte Schock ist für Christian Möller überwunden. Schmunzeln kann er über die Abfüllpanne bei Vitamalz – in Malzbierflaschen war versehentlich Pils gemischt worden – immer noch nicht. Gleichwohl kehrt beim Geschäftsführer des Unternehmens Vitamalz, das seinen Geschäftssitz in Krefeld hat, langsam wieder Ruhe am Telefon ein. „Von Freitag bis Dienstag hat es schon viele Anrufe gegeben“, räumt Möller ein.
Die Anrufe kamen einerseits von besorgten Kunden, andererseits von Pressevertretern. Sie verbreiteten die kuriose Kunde vom Malzbier, in das versehentlich Dortmunder Bier der Marke DAB gelangt ist, über das ganze Land. Ein Imageschaden, dessen Vitamalz erst langsam wieder Herr wird.
Interessenten suchen bei Ebay
Immerhin: Im Internet gibt es in diversen Foren schon erste Anfragen, wo genau man das spezielle „Vita-Pils“ bestellen kann. Einige Teilnehmer schlagen potenziellen Besitzern dieser Flaschen vor, diese bei Ebay einzustellen. Deren Hoffnung, dass noch Vita-Pils im Handel ist, muss Möller trüben: „Mittlerweile ist die Rückholaktion beendet. Es dürften keine Flaschen mehr im Handel sein.“ Möller versucht nun, von Krefeld aus den ins Schlingern geratenen Kurs der 75 Jahre alten Traditionsmarke wieder in ruhigere Fahrwasser zu bringen.
Guter Geschmack
Der Vitamalz-Chef hat sich von einer Kundin eine Flasche des mit Alkohol versetzten Bieres schicken lassen. „Es war lecker. Das schmeckte wie Krefelder“, sagt der Geschäftsmann. War am Ende die Mischpanne gar gut für das Image? Die Devise, dass auch schlechte Werbung für ein Unternehmen eine gute Werbung sein kann, wollte Möller gestern jedoch nicht unterschreiben: „Das war ein Gau für uns. Wir sind froh, dass es keine ernsthaften Konsequenzen für Kinder und gefährdete Personen gab. Ob sich auf lange Sicht darauf das Image der Marke Vitamalz nachhaltig in den Köpfen festsetzen kann, muss man abwarten.“
Dass die Firma Vitamalz übrigens ihren Sitz in Krefeld hat, ist der beruflichen Laufbahn von Möller geschuldet: Er arbeitete früher als Prokurist bei Rhenania, später wurde ihm der Job des Geschäftsführers bei Vitamalz angeboten. Müller wollte gerne in Krefeld bleiben. Das Unternehmen gab ihm die Chance, von Krefeld aus die Geschäfte zu führen. „Diese Variante hat sich bewährt“, sagt der Vater von zwei Kindern, der mit Frau und Familie noch immer in der Seidenstadt wohnt.
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