Krefeld: Blumenstraße: Anwohner diskutieren mit Politikern
zuletzt aktualisiert: 23.10.2008Krefeld (RPO). „Das Quartier lebt“ – mit diesem Slogan werben Manfred Giesen und Michael Schreiber für ihre Vorstellungen von einer schönen Blumenstraße. Mit den Planungen der Verwaltung für ihre Straße sind sie nicht einverstanden. Eine Informationsveranstaltung in „Herbst Pitt“ zeigte jetzt, dass offenbar alle politischen Parteien auf Seiten der Bürger sind.
Der Konflikt: Die Planer sehen Schrägparken vor, die Bürgersteige sollen von drei auf zwei Meter zurückgebaut werden, es bliebe eine Durchgangsbreite von 1,60 Meter. Dafür entstünden 81 Parkplätze. Giesen: „Wir haben hier ein Kleinod mit Gründerzeitfassaden, mit Rotdornbäumen und einem Allee-Charakter.“ Seine Forderung: Es soll weiter längs geparkt werden, das ergäbe 63 Parkplätze. Die Diskussion, von RP-Redakteur Sebastian Peters moderiert, ergab Einmütigkeit unter den Politikern, ein Vertreter der Verwaltung war verhindert.
Dr. Hans-Josef Ruhland (CDU), Bezirksvorsteher West: „Das ist ein wunderschönes Quartier, wir wollen den Wohnwert steigern und mit den Anwohnern planen, besser kann es doch gar nicht gehen.“ Rolf Rundmund (Grüne) wünscht ebenfalls die Erhaltung: „Keine Durchgangsstraße, sondern Wohnstadt.“ Anliegerparken, mit Privileg, könne bleiben. Radfahren solle in beide Richtungen möglich werden, das forderten auch mehrere Anwohner.
Für die SPD nannte Ratsherr Dieter Backerra das Schrägparken „abenteuerlich“, er will, wie andere auch, die Pflanzbereiche vergrößern und meinte: „Mir hat der Bürgerplan als Grundlage gefallen.“ Architekt Claus Krohn, sachkundiger Bürger für die FDP im Ausschuss für Stadtplanung, fand den Plan ebenfalls ideal. „Allee und Schrägparken – das passt nicht zusammen“, urteilte Architekt Rainer Schmitz-Rudolph.
Wunsch: früher mitreden
Und was denken die Anwohner? Franz Lischka nannte sich einen „bekennenden Krefelder“, der gerne an der Blumenstraße wohnt. Er wünschte er sich aber eine frühzeitigere Information, um mitreden zu können. Denn, das hatte Rolf Rundmund am Ende der Veranstaltung gelernt: „Politik findet nicht nur im Rathaus statt.“
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