Krefeld: Bombe unter CO-Pipeline: 268 Verdachtsfälle
VON SEBASTIAN RADERMACHER - zuletzt aktualisiert: 19.01.2010 - 10:27Krefeld (RPO). Bei der Suche nach Blindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg entlang der Kohlenmonoxid-Pipeline auf Krefelder Stadtgebiet zwischen Rhein und Bayer-Werk hat der Kampfmittelbeseitigungsdienst der Bezirksregierung insgesamt 268 "Verdachtsmomente" gefunden.
Das bestätigte Sprecherin Jennifer Spitzner auf Anfrage unserer Redaktion. "Am heutigen Dienstag beginnen die Ausgrabungen der verdächtigen Funde", so Spitzner. Eine Spezialfirma werde dafür von der Bezirksregierung beauftragt. Die Ausgrabungen werden laut Spitzner voraussichtlich bis zum Ende der Woche andauern.
Bei den Ausgrabungen wird festgestellt, ob es sich bei den lokalisierten Funden tatsächlich um Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg handelt. Möglich, dass dann eine Fliegerbombe oder Artillerie-Granate aus dem Krieg zum Vorschein kommt. "Wir gehen aber davon aus, dass es größtenteils Metallschrott sein wird", so die Sprecherin. 268 verdächtige Funde seien für diesen relativ kurzen Abschnitt aber trotzdem eine große Zahl. "Mit so vielen Verdachtsmomenten hatten wir auf diesem Teilstück nicht gerechnet", sagt Spitzner.
Untersucht wurde der Abschnitt der CO-Pipeline auf Krefelder Stadtgebiet mit Hilfe der so genannten Geomagnetik. Acht Mess-Sonden hatten in der vergangenen Woche den rund 800 Meter langen Abschnitt auf einer Breite von zehn Metern kontrolliert. Die Mess-Sonden waren eine Art magnetischer "Fühler". Da Fliegerbomben oder Artillerie-Granaten das Erdmagnetfeld stören und somit verzerren, können mit dieser Technik Bomben bis in eine Tiefe von drei bis vier Metern aufgespürt werden.
Funde mit GPS-Gerät suchen
"Wir haben nach der Auswertung der Messdaten nun die Koordinaten der Funde mit Tiefenangabe", sagt Gundela von Gronefeld, Dezernentin im Kampfmittelbeseititungsdienst der Bezirksregierung. Die genauen Punkte werden ab heute mit einem GPS-Sender gesucht und abgesteckt. Das könne einige Zeit dauern. "Teilweise liegen dort Fremdleitungen, da müssen wir sehr aufpassen", so von Gronefeld. Anschließend werde ein Bagger die Funde ausgraben.
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