Krefeld: Box-Nacht: Volltreffer mit Panne
VON H.-G. SCHOOFS - zuletzt aktualisiert: 27.04.2009Krefeld (RPO). 9000 Zuschauer erlebten am Samstag im ausverkauften König-Palast eine stimmungsvolle Box-Nacht mit spannenden Kämpfen und viel Prominenz am Ring. Matthias Steiner, Sonja Kraus und Ralf Möller saßen am Ring. Vor dem Auftritt von Felix Sturm herrschte am Eingang Chaos.
Matthias Steiner wollte gar nicht mehr hinschauen. Der Olympiasieger im Gewichtheben saß in der ersten Reihe am Ring genau an der blauen Ecke, wo Koji Sato die letzten entscheidenden Kopftreffer von Felix Sturm einstecken musste, ehe der Trainer des Japaners das weiße Handtuch in den Ring warf. "Wahnsinn, was der Junge einstecken musste", meinte Steiner.
Der Jubel unter den 9000 Zuschauern im ausverkauften König-Palast kannte nach dem Sieg des Weltmeisters aus Leverkusen keine Grenzen. Das war der Höhepunkt einer tollen Box-Nacht, die nach der gelungenen Premiere im Vorjahr zweifelsohne am Samstag ein Volltreffer für Krefeld war. Denn die tolle Stimmung in der Arena kam bei der TV-Liveübertragung super rüber. Über die glänzende Werbung für seine Stadt freute sich Oberbürgermeister Gregor Kathstede, der direkt am Ring neben Schneekoppe-Chef Gerald Wagener die Riege der heimischen Prominenz anführte.
Poldi und Daum kamen nicht
Sturm hatte bei diesem Leckerbissen seinen Herausforderer aus Japan in einem Sieben-Gang-Menü zu Sushi weich geschlagen. Zu den zahlreichen Promis am Ring zählte TV-Moderatorin Sonja Kraus, die jeden harten Treffer gegen Satos Kopf mit schmerzverzerrtem Gesicht begleitete. Nicht alle klangvollen Namen, die auf der langen VIP-Liste standen, waren in den KöPa gekommen. Barbara Schöneberger und Christoph Daum wurden vermisst.
Lukas Podolski, ein guter Freund von Sturm, hatte nach dem 0:1 der Bayern gegen Schalke keinen Ausgang bekommen. Der Stürmer war aber der Erste, der Sturm nach dem Kampf per Handy gratulierte. "Poldi durfte leider nicht kommen. Aber die Saison ist ja bald vorbei, dann darf er machen was er will", sagte der Weltmeister nach seiner sechsten Titelverteidigung.
Lautstark unterstützt wurde der gebürtige Bosnier und mittlerweile eingedeutschte Sturm von 500 Bosniern aus dem Raum Köln, die nach den beiden offiziellen Nationalhymnen zusätzlich die Hymne ihres Landes anstimmten. Einer ihrer Volkshelden saß direkt am Ring: Sergej Barbarez. Der ehemalige Fußball-Profi und Kapitän der bosnischen Nationalmannschaft, der letzte Saison bei Bayer Leverkusen seine Karriere beendete, kam zu einer besonderen Ehre. Sturm warf ihm nach dem Kampf die Box-Handschuhe zu. Später stieg Barbarez sogar für ein gemeinsames Foto in den Ring.
Promoter Klaus-Peter Kohl versprach, dass sein Boxstall Universum nicht zum letzten Mal in Krefeld gewesen sei. Für eine Neuauflage muss er allerdings kräftig an der Organisation feilen. Denn eine schwere Panne trübte die Stimmung vieler Boxfans. Eine Stunde vor dem Sturm-Kampf herrschte an der Westparkstraße ein Chaos. Bis zum ehemaligen Kreiswehrersatzamt bildeten sich dicke Menschentrauben, weil an nur zwei Eingängen fast jeder Besucher abgetastet wurde.
Dazu gesellten sich auch noch sehr viele Raucher, die schon in der Halle gewesen waren und sich mit einem Stempel auf der Hand versehen wieder an den normalen Eingängen anstellten mussten. Das sorgte für Unmut, weil so viele Zuschauer einige Vorkämpfe gar nicht zu sehen bekamen.
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