Krefeld: British Days: Haggis, Humor und Hüte
VON NATASCHA VERBÜCHELN - zuletzt aktualisiert: 12.09.2011Krefeld (RP). Die British Days rund um die Burg Linn haben am Wochenende rund 20 000 Besucher angelockt. Drei Tage lang nahmen über 100 Aussteller die Besucher auf eine Reise mit auf die britische Insel: Es gab trockenen Humor im Sketch, Dudelsackmusik, romantische Gartendeko, schicke Hüte und Alpaka-Wolle für die Füße – der Nieselregen war inklusive.
"Wir sind echte Briten und fühlen unser Land hier sehr gut repräsentiert. Die Atmosphäre ist erstaunlich. Da kommt Fernweh auf", sagte Besucherin Ute McGuire, die sich in Linn vor allem über eine Portion Fish and Chips freute.
Auch Veranstalterin Anna Regina Grap-Schwarz war zufrieden: "Der Zuspruch ist von allen Seiten enorm. Wir setzen uns ab, weil wir keine weitere Gartenmesse sind. Alle Angebote sind der britischen Lebenskultur sehr nah, darauf lege ich Wert." Durch die Auflagen der Veranstaltungsstättenverordnung sei ihre Arbeit in diesem Jahr schwieriger geworden. Ein Ingenieur-Büro musste ein Brandschutzkonzept erstellen, die Besucherströme gezählt und mehr Sicherheitspersonal engagiert werden.
Die Atmosphäre litt aber nicht darunter: Im Tea-Room direkt am Wassergraben vor der Burg konnte schwarzer Tee und Scones mit Streichrahm und Erdbeermarmelade gekostet werden. Der sogenannte Cream Tea ist ein beliebter Nachmittagssnack der Engländer. "Das ist unglaublich süß und lecker", schwärmte eine Besucherin. Auch Fudge, Muffins oder schottische Shortbread Fingers versüßten die Erfahrungen mit der englischen Küche.
Wer etwas mutiger war, wagte sich an Haggis, Irish Stew oder Hanftasche. Dazu gab es irischen Whiskey, englisches Bier und einen royalen Cocktail namens "Kate" mit Orangensaft, Sekt und Whiskey. Roswitha Reitz und Freundin Sabine Schmidt haben die schottische Spezialität Haggis probiert – ein mit Innereien gefüllter Schafsmagen: "Es schmeckt interessant. Die englische Küche hat ja nicht den besten Ruf, aber so schlimm ist es gar nicht." Den beiden hat vor allem die Flugschau mit den Greifvögeln gefallen.
Eine Attraktion der Messe waren auch die Spiele der Niederrhein-Highlander: In knielangen, wehenden Röcken maßen sich starke Männer im Gummistiefel-Weitwurf, Gewichtehochwurf und Hammerwurf. Kinder und Besucher konnten sich ebenfalls in diesen Disziplinen versuchen. Den Weltrekord im Gummistiefel-Werfen von fast 64 Metern schaffte aber keiner: Die meisten Schuhe landeten in einer wackeligen Flugbahn schnell wieder auf dem matschigen Rasen.
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