Krefeld: BUND will Kraftwerk gerichtlich überprüfen
VON OTMAR SPROTHEN - zuletzt aktualisiert: 30.03.2009Krefeld (RPO). Die Kreisgruppe Krefeld des BUND hatte zu einer Info-Veranstaltung zum Uerdinger Kraftwerksneubau in die Fabrik Heeder geladen.
Ratsherr Rolf Rundmund (Grüne) griff die bei einem Notar hinterlegte Erklärung an, mit der die Kraftwerksbauer Currenta und Trianel eine Ausnahmegenehmigung von der für den Bebauungsplan 744 beschlossenen Veränderungssperre erwirken wollen: "Dieser Mogelpackung werden wir nicht zustimmen." Der Notariatstext spreche zum Beispiel von überdachten Kohlelagern. Dies sei etwas anderes als die versprochene Einhausung. Rundmund befürchtet einen zweiten Eisernen Rhein, wenn die Kohle vom Duisburger oder Krefelder Hafen in zum Teil offenen Güterwagen heran gerollt würde.
Spendensammlung für Prozess
"Wir werden eine Ausnahmegenehmigung des Rates gerichtlich überprüfen, denn ein einmal genehmigtes Kraftwerk kann unbegrenzt weiterlaufen", kündigte der Geschäftsführer des BUND-NRW, Dirk Jansen, an.
Eine EU-Richtlinie zur Beteiligung der Öffentlichkeit räumt dem BUND eine Klagemöglichkeit ein. Für den Prozess gegen das Krefelder Projekt sammelt der BUND Spenden. Jansen bedauerte, gegen Trianel hart vorgehen zu müssen, stehe dieser Zusammenschluss aus 27 Stadtwerken eigentlich gegen den Einfluss der großen deutschen Energiemonopolisten. Kohle sei derzeit die billigste fossile Energiequelle. Deshalb setzten sich die Kraftwerksbetreiber über alle Bedenken hinweg.
Angelika Horster vom BUND-Landesarbeitskreis Umweltchemikalien verwies darauf, dass die Krefelder Industrie im Stadtgebiet 19 Kraftwerke betreibe, davon sieben Kohlekraftwerke. Im Hafen stehe der Bau eines Zementwerkes an, das durch die Produktion von 1,7 Millionen Tonnen Zement und 980 000 Tonnen Zementklinkern die Luft weiter belasten würde. Hinzu komme noch ein fünfter Ofen der Krefelder Müllverbrennungsanlage. Gegen diese Massierung wandte sich auch die Duisburger BUND-Vorsitzende Kerstin Ciesla: "Hauptverursacher von Feinstaub sind nicht der Verkehr, sondern Industrie und Hintergrundbelastung durch die Emissionen der hohen Schornsteine, deren Verursacher nicht feststellbar sind."
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